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Turkish Airlines-Preis: Deußer ist trotz Platz drei glücklich

Turkish Airlines-Preis : Deußer ist trotz Platz drei glücklich

Der Springreiter lässt das Publikum beim Turkish Airlines-Preis kurz von einem Heimsieg träumen. Am Ende landet der 37-Jährige als bester Deutscher auf Rang drei und ist trotzdem zufrieden.

Im Hauptstadion brandete lauter Jubel aus, als Daniel Deußer die acht Hindernisse im Stechen beim Turkish Airlines-Preis fehlerfrei und in 47,71 Sekunden absolviert hatte. Die Zuschauer auf den gut gefüllten Tribünen stellten sich spätestens jetzt die Frage: Sollte der 37-Jährige auf seinem Wallach Tobago Z der Nachfolger des Schweden Henrik von Eckermann werden, der die Springprüfung im vergangenen Jahr auf Castello gewinnen konnte?

Doch die Hoffnungen auf einen deutschen Sieg beim mit 125.000 Euro dotierten Wettbewerb hielten nicht lange. Genauer gesagt: Zwei Minuten. Dann nämlich unterbot der Brite Ben Maher auf seinem Wallach Explosion mit einem fehlerfreien Ritt in 46,28 Sekunden die Zeit von Deußer und schob sich vor den deutschen Springreiter auf den ersten Platz, den er auch bis zum Schluss verteidigen konnte. Zwischen Maher und Deußer schob sich noch der Spanier Eduardo Alvarez Aznar auf Rokfeller, der den Parcours in 47,08 Sekunden absolvierte.

Ein „Highlight der Saison“

Obwohl er den Sieg vor heimischem Publikum knapp verpasste, zeigte sich der 37-Jährige nach dem Wettbewerb nicht allzu enttäuscht. Er sei „sehr glücklich“ über den dritten Platz und nannte Aachen eines der „Highlights dieser Saison“, dem hoffentlich – am besten natürlich beim CHIO – noch viele folgen sollen. Lobende Worte fand Deußer auch für Parcoursbauer Frank Rothenberger, der mit dem „sehr schwierigen Parcours“ einen „guten Job“ gemacht habe.

Dass der diesjährige Wettbewerb besonders anspruchsvoll war, bekamen vor allem die deutschen Starter zu spüren. Dass sich von den insgesamt 14 Startern neben Deußer nur noch Andre Thieme auf Aretino in 83,67 Sekunden für das Stechen qualifizieren konnte, sprach Bände. Speziell das „besondere Hindernis“, der als Kombination genutzte Doppelgraben mit Triplebarre und Steilsprung, erwies sich immer wieder als Fehlerquelle für die deutschen Starter.

So erwischte es Hendrik Sosath auf Lady Lordana, Laura Klaphake auf Bantou Balou, der zwei Mal an den Stangen vorbei sprang, an dieser Stelle genauso wie Gerrit Nieberg auf Contagio, Sven Schlüsselburg auf Bud Spencer und Patrick Stühlmeyer auf Varihoka du Temple. Besonders spannend hatte es der großem Applaus empfangene Marcus Ehning auf Cristy gemacht: Den Doppelgraben überstanden sie ganz knapp mit wackelnden Stangen; als das Publikum schon zum Jubel ansetzen wollte, handelte sich der 45-Jährige nach einem Patzer am letzten Hindernis doch noch vier Fehlerpunkte ein.

Nicht nur die Deutschen hatten mit den 13 Hindernissen zu kämpfen: So erwischte es auch den Schweizer Weltranglistenersten Steve Guerdat auf Alamo und den Sieger des Turkish Airlines-Preises von 2016 und 2017, den Kanadier Eric Lamaze auf Fine Lady. Vorjahressieger von Eckermann, der auf einen Start verzichtet hatte um seine Stute Mary Lou zu schonen, lag also nicht falsch mit den Worten, dass der Schwierigkeitsgrad des Parcours der eines Großen Preises sei. Was auch einige Stürze zeigten, die aber alle glimpflich endeten.

Ob der Schwierigkeiten verzichtete  die US-Amerikanerin Elisabeth Madden mit Blick auf die noch anstehenden Aufgaben auf den Start im Stechen . So blieben zehn Teilnehmer übrig. Und als Thieme mit zwölf Fehlerpunkten aus dem Rennen war, ruhten alle deutschen Hoffnungen auf Deußer, der im ersten Durchgang die schnellste fehlerfreie Zeit erzielt hatte. Und kurz schien der Wunsch der Mehrheit der Zuschauer aufzugehen – bis Maher dafür sorgte, dass bei der Siegerehrung doch „God save the Queen“ gespielt wurde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Deußer springt mit Tobago auf Platz drei