CHIO Aachen 2019: Sieg Nummer acht für die deutschen Dressurreiter?

Stark besetzt : Sieg Nummer acht in Folge für die deutschen Dressurreiter?

Die deutschen Dressurreiter sind im Aachener Nationenpreis wieder favorisiert. Angeführt von Vorjahressieger Emilio und Weltmeister Cosmo ist die CDI****-Tour diesmal stärker besetzt denn je.

Natürlich kommentiert sie die Entscheidungen anderer Nationen nicht, Gedanken dazu macht sich Monica Theodorescu aber schon. „Vielleicht hat sie gedacht, dass sie der deutschen Konkurrenz da aus dem Weg geht“, sagt die deutsche Dressur-Bundestrainerin lächelnd. Denn sollte es so sein, dann hätte die dänische EM-Dritte Cathrine Dufour mit ihrem Top-Pferd Cassidy, 2018 Vierte im „Großen Dressurpreis von Aachen“, keinen leichteren Weg vor sich. Denn die sogenannte CDI****-Tour des CHIO Aachen ist besser besetzt als jemals zuvor.

Angeführt von Emilio und Cosmo erwartet die Zuschauer hier im Grand Prix**** am Mittwoch um 16.30 Uhr ein Starterfeld, das dem in der CDIO-Tour kaum nachsteht. Emilio hatte im vergangenen Jahr unter Isabell Werth (Rheinberg) die Kür um den „Großen Dressurpreis von Aachen“ gewonnen und in der siegreichen Nationenpreis-Equipe gestanden. Und Cosmo holte im vergangenen Jahr unter Sönke Rothenberger (Bad Homburg) bei der WM in Tryon Team-Gold.

Statt auf Emilio setzt Werth diesmal in der CDIO-Tour auf Weltmeisterin Bella Rose. Und Cosmo verpasste eine Team-Nominierung, da er am Tag vor den Deutschen Meisterschaften in Balve mit einer Kolik in die Klinik musste und ausfiel. Hinzu kommen Dorothee Schneider (Framersheim) und Jessica von Bredow-Werndl mit ihren „Zweitpferden“, Team-Weltmeister Sammy Davis jr. bzw. Zaire, und Hubertus Schmidt (Borchen) mit Escolar.

Nach dem Grand Prix müssen sich die Reiter für den Start im Spécial am Freitag um 18.30 Uhr oder in der Kür am Samstag um 21.30 Uhr entscheiden. „Ich denke, der Spécial wird diesmal sehr gut besetzt sein“, werden laut Theodorescu die starken deutschen Paare voraussichtlich am Freitag antreten.

Alles andere als ein Sieg im Nationenpreis – es wäre der achte in Folge – wäre eine Überraschung und Enttäuschung. Theodorescu schickt das selbe Damen-Quartett ins Rennen wie 2018, allerdings werden die Team-Weltmeisterinnen Isabell Werth und Dorothee Schneider diesmal WM-Pferd Bella Rose bzw. Showtime satteln. Die Mannschaft komplettieren Team-Weltmeisterin Jessica von Bredow-Werndl auf Dalera und Helen Langehanenberg (Billerbeck) auf Damsey.

In der Nationenwertung dürften die Dänen, im vergangenen Jahr auf Platz drei, die größte Konkurrenz sein. „Daniel Bachmann Andersen reitet sich immer mehr in den Vordergrund. Die Dänen sehe ich sehr stark“, hat Theodorescu die Konkurrenz genau im Visier. Der 29-Jährige, der beim Weltcup-Finale knapp den Sprung aufs Treppchen verpasst hatte, wurde kürzlich zum ersten Mal dänischer Meister. Dritte wurde Dufour, die allerdings im Sattel ihres Nachwuchspferdes Bohemian saß, das sie im Nationenpreis satteln will.

Angeführt von Steffen Peters schicken die USA – 2018 zweite in Aachen – ein interessantes Team, allerdings ohne Vize-Weltmeisterin Laura Graves und Kasey Perry-Glass, Zweite im Großen Preis von Aachen 2018. Theodorescu: „Auch wenn die beiden Spitzenpferde Verdades und Dublet in diesem Jahr nicht dabei sind, schicken die USA ein Spitzenteam. Adrienne Lyle hat erst am vergangenen Wochenende in Luxemburg gesiegt.“

Vor der Europameisterschaft in Rotterdam wollen sich viele Nationen nicht in die Karten schauen lassen – vor allem Großbritannien. So startet Olympiasiegerin Chatherine Dujardin nach drei Jahren Abstinenz zwar wieder in Aachen, doch sie sattelt Nachwuchs Erlentanz und nicht Vize-Weltmeister Freestyle. Und Carl Hester, der ebenfalls zum WM-Bronze-Team gehörte, verzichtet ganz auf Aachen.

Mehr von Aachener Zeitung