CHIO Aachen 2019: Abwechslungsreiches Programm bei der Eröffnungsfeier

CHIO Eröffnungsfeier : Freiheit und eiserne Disziplin

Führt man sich Gemälde von Napoleon Bonaparte vor Augen, dann sieht man den französischen Kaiser fast immer zu Pferde. Napoleon auf Marengo, Napoleon auf Vizir – ein Umstand, der sicherlich nicht nur der überschaubaren Körpergröße des großen Korsen geschuldet war, sondern auch die Pferdeleidenschaft der Franzosen widerspiegelt.

Die gesamte Bandbreite präsentiert Frankreich, das diesjährige Partnerland des CHIO, bei der Eröffnungsfeier am Dienstag ab 20 Uhr im Hauptstadion mit einem sehr abwechslungsreichen Programm.

Das Ungezähmte und Ungebändigte, das repräsentieren die Pferde aus der Camargue. Die widerstandsfähigen weißen Rösser werden im Rhone-Delta im Wilden Gestüt gehalten und vermitteln den Besuchern vor allem in der Herde einen mitreißenden Eindruck von ihrem Leben in großer Sommerhitze, auf kargen und teils nassen Böden, dem ewigen Mistral ausgesetzt.

Die Kunst der Dressur ohne Druck und ohne Zwang führt Jean-François Pignon vor. Der 50-jährige Franzose gilt als Meister der Freiheitsdressur und bringt seine Pferde lediglich mit Halfter, Strick und Gerte zu spektakulären Kunststücken.

Für eiserne Disziplin von Pferd und Reiter steht dagegen Cadre noir. Die französische Militärreitschule – übrigens 1814 zu Zeiten Napoleons gegründet – spielt eine herausragende Rolle im Konzert der anderen europäischen Militärreitschulen wie der spanischen Hofreitschule oder der Escola Portuguesa de Arte Equestre. Doch im Gegensatz zu den Iberern steht beim Cadre noir nicht nur die Dressur im Mittelpunkt, sondern die Ausbildung der Reiter beinhaltet auch Spring- und Geländereiten.

Als besonders beeindruckend gilt jedoch in der Hohen Schule, die die Reiter der Cadre noir präsentieren, das Höchstmaß der Versammlung, das die Pferde zeigen. Dazu gesellt sich eine erhabene Kadenz – Takt, Erhabenheit und Getragenheit bis auf die Spitze getrieben.

Für Lebenskunst auf höchstem Niveau ist auch die Normandie bekannt. In der früheren Grafschaft wird die Tradition der Pferderennen lebendig gehalten. Die Veranstaltung im 3700-Seelen-Dorf Deauville gehört zu den beliebtesten in unserem Nachbarland – und so ist auch die Normandie Teil der französischen Eröffnung des CHIO.

(rom)
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