Aachen: „Benvenuta Italia”: Der Markt wird zum Circus Maximus

Aachen: „Benvenuta Italia”: Der Markt wird zum Circus Maximus

Es sind diese kleinen Gesten, die einen großen Moment ausmachen. Montagabend auf dem Aachener Markplatz: Piero D´Inzeo, 88 Jahre alt, übernimmt das Mikrofon von CHIO-Stadionsprecher Volker Raulf und begrüßt die mehr als 3000 Reitsport-Fans, die sich eingefunden hatten.

„Auf Wiedersehen”, sagt er auf Deutsch zum Publikum. So verkehrt ist das nicht, immerhin bedeutet Ciao in Italien sowohl Hallo als auch Auf Wiedersehen. DInzeo ist der einzige Reiter, der den Großen Preis von Aachen viermal gewonnen hat - 1952, 59, 61 und 65.

Traditionell am Montagabend zieht ein Pferde- und Kutschenkorso vom Turnierplatz in der Soers mitten in die Stadt. Dieses Mal unter dem Motto „Benvenuta Italia”, Partnerland des CHIO ist in diesem Jahr Italien. Schon bevor Ross und Reiter den Markplatz erreichen, stehen die Menschen dicht gedrängt. Venezianische Stelzenläufer gekleidet in den italienischen Landesfarben stolzieren über den Platz. Mit ihnen begrüßt das CHIO-Maskottchen Karli die Zuschauer.

Angeführt wird der Zug von den Aachener Stadtreitern samt neuer Standarte. Musik brandet auf. Das berittene Fanfarencorps Carabinieri a Cavallo reitet ein. Ohne ihre Pferde mit den Zügeln zu lenken, schlagen die Reiter ihre Trommeln im Takt. Es ist der erste Auftritt dieser Gruppe seit 40 Jahren in Deutschland.

Die Pariglias, die sonst stehend auf ihren mit Blumen geschmückten Pferden galoppieren, kommen am Montag nur langsam auf den Markt. Zu rutschig ist das Pflaster für derlei Kunststücke. Umso rasanter dafür der Auftritt der römischen Streitwagen. Wo die Pferde nicht schnell rennen dürfen, gibt Nicki Pfeifer mit seinem Showteam „Excalibur” umso mehr Gas.

Es ist italienisches Flair, das die Zuschauer erleben. Auch Oberbürgermeister Marcel Philipp, der bei seiner kurzen Ansprache Karli in den Arm nimmt: „Es sieht alles so selbstverständlich aus. Aber es steckt viel Arbeit dahinter.” ALRV-Präsident Carl Meulenbergh freut sich ebenso: „In meinem ersten Jahr ist das etwas besonders. Wir haben ein tolles Partnerland.”

Und Piero DInzeo? Auch der ehemalige Weltklasse-Reiter findet nur lobende Worte für den Ort seiner vier Triumphe: „Aachen ist meine Traumstadt. Daran habe ich nur gute Erinnerung.” Bestimmt auch nach diesem Abend.

Reiter, Redakteure und Musiker am Medienzentrum

Am Dienstag begrüßt AZ-Redakteur Robert Esser nicht nur viele Stars des Reitsports zu Interviews auf der Bühne des AZ-Medienzentrums im CHIO-Ladendorf. Um 16.30 Uhr berichtet die komplette AZ-Lokalredaktion mit den Redakteuren Albrecht Peltzer, Stephan Mohne, Oliver Schmetz, Matthias Hinrichs, Thorsten Karbach, Hans-Peter Leisten und AZ-Fotograf Michael Jaspers vor Ort über ihre Arbeit auf dem Reitturnier. Rede und Antwort wird dann auch der Sportchef unserer Zeitung, Christoph Pauli, stehen.

Direkt nach der Eröffnungsfeier, die um 17 Uhr im Springstadion beginnt, erwarten wir den virtuosen Violinisten und Orchesterleiter Guido Dieteren sowie die Sopranistin Wendy Kokkelkoren zum Live-Gastspiel am AZ-Medienzentrum.

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