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Aachen: Anna-Maria Jakobs und ihr Lausejunge debütieren in Aachen

Aachen : Anna-Maria Jakobs und ihr Lausejunge debütieren in Aachen

Sie sind ein Traumpaar - hübsch anzusehen und erfolgreich. Sie: 26 Jahre jung, aber zierlich und sommersprossig wie eine 16-Jährige, ist diplomierte Betriebswirtin und heißt Anna-Maria Jakobs. Er: 14, ein bildhübscher brauner Hengst, der seinen Namen zu Recht trägt - Lausejunge.

Zwar in Aachen Neuling, kommt das Duo mit der Empfehlung der Siege bei den Großen Preisen von Mannheim im Mai und Nörten-Hardenberg vor gerade neun Tagen. Helga Raue traf die junge Amazone, die heute im WARSTEINER-Preis, „Preis von Europa”, startet, nach ihrem Ritt.

Wann haben Sie denn erfahren, dass Sie in Aachen reiten?

Jakobs: Nach meinem Sieg in Nörten-Hardenberg kam Bundestrainer Otto Becker auf mich zu und fragte: „Hast Du in zwei Wochen schon was vor? Da gibt es dieses Turnier in Aachen”. Unglaublich, Aachen war für mich ganz weit weg, Aachen ist in unserem Sport doch fast schon heilig. Meine Nominierung für den CHIO war eine totale Überraschung für mich.

Nun - Sie waren ja in dieser Saison schon ganz erfolgreich?

Jakobs: Ja, diese Saison topt wirklich bisher alles. Zwar war ich 2005 schon mit Lausejunge DM-Zweite bei den Frauen, aber dieses Jahr habe ich zwei Große Preise gewonnen und war mit dem erst achtjährigen Credo DM-Zweite.

Apropos Lausejunge, der ist ja nicht nur ein Top-Pferd, sondern trägt seinen Namen zu Recht.

Jakobs: Ja, „Lausi” ist ein Herzensbrecher. Er ist ein Kämpfer im Parcours und ansonsten total verschmust. Aber er weiß auch, dass er der Star im Stall ist. Als junges Pferd habe ich ihn in Springpferdeprüfungen geritten, dann hat Hans-Günther Goskowitz, der ja aus der Aachener Region ist, ihn weiter ausgebildet. Seit sieben Jahren reite ich ihn alleine.

Liegt der Pferdevirus bei Ihnen denn in der Familie?

Jakobs: Ganz und gar. Meine Schwester wollte reiten und ich dann auch. Heute reite nur noch ich, aber mein Vater ist ganz begeistert bei der Sache. Vor elf Jahren haben wir ein Gestüt gekauft und hatten mehrere Deckhengste. Inzwischen steht aber der Sport statt der Zucht im Vordergrund.

Und wie fühlt es sich an, nun in Aachen zu reiten?

Jakobs: Ich muss gestehen, dass ich auch als Zuschauer nie in Aachen war. Ich wollte es immer, aber es kamen immer kleinere Turniere dazwischen. Es ist unglaublich, dass ich nun hier starte. Allein, das Gefühl ins Stadion zu reiten, ist beeindruckend.

Sah das Lausejunge auch so?

Jakobs: Nö, der ist da ganz anders. Je größer der Platz ist, desto größer scheint auch er zu werden. Das scheint ihn nur noch anzuspornen. Im STAWAG-Preis hat am Dienstagmittag nur einen Fehler in der Dreifachen gemacht. Damit war ich wirklich sehr zufrieden.

Und was haben Sie sich für den WARSTEINER-Preis und die Woche im Allgemeinen vorgenommen?

Jakobs: Im Vorfeld habe ich mir zum Ziel gesetzt, ein paar schöne Runden zu drehen. Ich traue mich kaum, es zu sagen. Aber heute eine Nullrunde zu reiten, wäre natürlich die Krönung für mich.