Aachen: Chardon lässt Niederlande jubeln

Aachen: Chardon lässt Niederlande jubeln

Ijsbrand Chardon warf mit den Superlativen nur so um sich. „Wow“, brüllte er beim Verlassen des Parcours. „Super, perfekt!“ Mehr musste der niederländische Gespannfahrer auch gar nicht sagen in seinem gebrochenen Deutsch, sein Gesichtsausdruck sprach ohnehin mehr als tausend Worte. Chardon strahlte, seine Freude war ihm anzumerken.

Der Niederländer sicherte sich am Freitag mit 0,42 Strafpunkten bei der Hindernisprüfung im Preis der H&T Automotive Components den dritten Rang hinter dem Ungarn József Dobrovitz und Sieger Felix Marie Brasseur aus Belgien (beide fehlerfrei). Und natürlich war er zufrieden damit. Schließlich bleibt der 54-Jährige damit vor der heutigen, finalen Geländeprüfung in der Einzelwertung mit 38,23 Punkten auf dem vordersten Rang. Auch mit seinem Team liegt er voll auf Goldkurs. Es dürfte schwer werden für die Konkurrenz, die niederländischen Gespannfahrer bei dieser Europameisterschaft noch abzufangen.

Abstand ist kleiner geworden

Dem deutschen Team wird das sicher nicht mehr gelingen, das weiß auch National-Trainer Karl-Heinz Geiger. Nach der Hindernisprüfung, dem sogenannten Kegelfahren, bleibt seine Mannschaft weiterhin hinter Belgien (3. Platz), Ungarn (2. Platz) und den Niederlanden auf Rang vier. „Aber“, so sagte es Geiger am Freitag, „die Abstände sind enger geworden. Wir bleiben im Rennen.“

Das bleibt das deutsche Team in der Tat. Denn bis auf die Niederlande, die mit 81,18 Punkten dem Rest vorauseilen, wird es dahinter mit Ungarn (102,45), Belgien (106,69) und Deutschland (107,57) am Samstag spannend. Geiger sagt: „Die Geländeprüfung ist unsere Lieblingsdisziplin. Und ich sehe uns darin sehr weit vorne“, gibt sich der Nationaltrainer optimistisch.

Seine Zuversicht nimmt er in erster Linie aus dem starken Auftritt seines Schützlings Michael Brauchle, der mit 3 Strafpunkten und einer Zeit von 179,98 Sekunden als bester Deutscher den Parcours auf Rang vier abschließen konnte. „Es war sehr anstrengend. Ich habe unglaublich geschwitzt“, sagte Brauchle. „Aber ich denke, wir haben uns für die Geländeprüfung eine gute Ausgangslage verschafft.“ Auch Georg von Stein wusste zu überzeugen, der Mann mit dem gebrochenen Bein landete mit 3,99 Fehlerpunkten und einer Zeit von 181,98 Sekunden auf Rang sechs.

Eine Medaille, das ist das große Ziel der deutschen Gespannfahrer. Für Gold, so sagt es Trainer Geiger deutlich, werde es nicht mehr reichen. „Aber mindestens Bronze halte ich nach wie vor für möglich“, sagte Geiger. Samstag folgt die Entscheidung, der Deutsche Post Marathon startet um 12 Uhr.

(ansc)
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