Aachen: Belgier Niels Bruynseels und Lady Cracotte gewinnen den STAWAG-Preis

Aachen : Belgier Niels Bruynseels und Lady Cracotte gewinnen den STAWAG-Preis

Die erste Entscheidung beim STAWAG-Preis war schon früh gefallen. Da Vorjahressiegerin Elizabeth Madden einen Abwurf hatte und auch Teamkollege Devin Ryan auf der Strecke acht Fehlerpunkte sammelte, stand nach nicht einmal der Hälfte der Starter fest, dass bei der Siegerehrung in diesem Jahr nicht die amerikanische Nationalhymne gespielt werden würde; es wäre der dritte Erfolg in Serie für die US-Amerikaner gewesen, Laura Kraut gewann 2016, im vergangenen Jahr hatte Madden den Kurs als Schnellste fehlerfrei absolviert.

Dass es die belgische Nationalhymne wurde, lag an Niels Bruynseels, dem nach einem fulminanten Ritt auf Lady Cracotte der Sieg nicht mehr zu nehmen war.

Die Parcoursbauer hatten einen anspruchsvollen Kurs zusammengestellt, Routinier Ludger Beerbaum legte als siebter Starter die erste fehlerfreie Runde hin. Und auch die Zeit war eine gute, denn 65,73 Sekunden sollten lange reichen, um die Führung zu behaupten. Erst der Niederländer Frank Schuttert, immerhin schon der 19. Reiter, war in neuer Bestzeit (65,21 Sekunden) ohne Abwurf im Ziel.

Die Zeit der Wagemutigen war angebrochen. Olivier Robert und Mathieu Billot waren schneller unterwegs als Schuttert, eine Nullrunde sollte den Franzosen aber nicht gelingen. Auch Lorenzo de Luca ging bei den Wendungen hohes Risiko, und der Italiener wurde für seinen Mut belohnt. Die 14 Sprünge über zwölf Hindernisse hatte er in 62,10Sekunden gemeistert und sich auf Platz eins vorgeschoben.

Marcus Ehning startete als nächster Reiter — und er nährte die Hoffnung des Aachener Publikums auf einen deutschen Sieg. Denn auf Firth of Lorne war der 44-Jährige schnell und fehlerfrei unterwegs, im Ziel fehlten ihm aber gut zwei Sekunden auf Spitzenreiter de Luca — am Ende konnte sich Ehning als bester Deutscher über den dritten Platz freuen.

Dass am Ende nicht die italienische Nationalhymne gespielt wurde, dafür sorgte Bruynseels. Der Belgier arbeitet erst seit drei Monaten mit Lady Cracotte, schon jetzt sind Pferd und Reiter aber ein eingespieltes Duo, das von einem Erfolg zum nächsten eilt. Die Krönung folgte am Donnerstag, „es war schon immer mein Traum, hier in Aachen zu gewinnen“, sagte Bruynseels. Mission erfüllt.

Auch für Guido Klatte lief es ziemlich gut, der 22-Jährige hatte bis zum frühen Abend ein straffes Programm absolviert. Am Vormittag gewann er auf ­Coolio ohne Abwurf Deutschlands U25-Springpokal, mittags blieb er dann in der zweiten Wertungsprüfung für den Sparkassen-­Youngsters-Cup auf Armentos ohne Fehler. Seine Zeit reichte diesmal nicht zum Sieg (Platz 15), der Brasilianer Yuri Mansur hatte sich vor dem besten Deutschen, Marcus Ehning (auf Filippa), und der Amerikanerin Laura Kraut durchgesetzt.

Dass Klatte die anspruchsvolle Schleife beim STAWAG-Preis auf Chacccato nicht zu Ende reiten konnte, war am Ende eines aufregenden Tages zu verschmerzen: „Wenn man hier ist, muss man alles mitnehmen. Es ist ein unfassbar gutes Gefühl, in diesem Stadion zu reiten.“

(bj)
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