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Aachen: Beerbaum: „Waren einfach nicht gut genug”

Aachen : Beerbaum: „Waren einfach nicht gut genug”

Er versuchte gar nicht, seine Enttäuschung hinter irgendwelchen Allgemeinplätzen zu verbergen, oder der Öffentlichkeit ein professionelles Gesicht zu zeigen. Er war enttäuscht, brutal enttäuscht, der Blick starr, das stets freundliche Lächeln eingefroren.

Ein Sportler, der eine richtig dicke Schlappe einstecken musste und keine Ausflüchte suchte. Dass Ludger Beerbaum nicht im Finale dabei war, „das ist eine riesengroße Scheiße”.

Die drastische Wortwahl entsprach der Stimmung des 43-Jährigen, der durch einen Fehler im zweiten Umlauf - nur Beerbaum und sein LEspoir ließen am vierten Sprung eine Stange purzeln - seine Chance auf die Final-Teilnahme vergab. Ein dummer, ein überflüssiger Patzer, in einem Umlauf, „der gut springbar war, der uns nicht überfordert hat. Wir waren einfach nicht gut genug. Das ist die größte Enttäuschung meines Lebens.”

Und erst im Moment des Scheiterns wurde einem bewusst, wie sehr Ludger Beerbaum in den WM-Tagen von Aachen auf dieses eine Ziel hingeritten war. Einzel-Gold, endlich Einzel-Gold gewinnen. Denn in der stolzen Sammlung des Ludger B. fehlt nur ein einziger Titel - der des Einzel-Weltmeisters.

Beerbaum war der überragende deutsche Reiter bei dieser WM - bis zum Samstag. Er war Garant für Mannschafts-Bronze und der Kapitän, Leader des Teams. Und fühlt sich am Ende doch als der große Verlierer. Hilft da das Kompliment von Bundestrainer Kurt Gravemeier? „Was er hier geleistet hat, war phänomenal.”

Wie auch LEspoir. Beerbaums so bravourös gegangener Wallach in den Tagen von Aachen, ist mit zehn Jahren noch jung, und bei den Weltreiterspielen 2010 in Kentucky im „richtigen” Alter. Und der Reiter? „Ein Grenzfall”, sagt Beerbaum, lächelt schon wieder und dieser Gesichtsausdruck lässt fast nur einen Schluss zu. Die große Karriere Ludger Beerbaums dauert mindestens noch vier Jahre ...

Die Bilder von der Reit-WM