Köln: Basketball: RheinEnergie sucht Baeck-Nachfolger

Köln: Basketball: RheinEnergie sucht Baeck-Nachfolger

Die Reißleine ist gezogen, der Trainer ist entlassen: Nach fünf sieglosen Spielen in Serie und 0:10 Punkten, in der Basketball-Bundesligist RheinEnergie Köln in beinahe allen Mannschaftsteilen erschreckende Schwächen offenbarte, war Stephan Baeck - entgegen aller Beteuerungen von Spielern und Verantwortlichen - nicht mehr zu halten.

Jetzt, da er nicht länger Trainer ist, stellt Geschäftsführer Michael Mronz fest, Baeck sei möglicherweise „an mangelndem Durchsetzungsvermögen” und „fehlendem Respekt innerhalb der Mannschaft ihm gegenüber” gescheitert: „Er war zu wenig Trainer und noch zu viel Spieler”, sinnierte Mronz am Montagnachmittag.

Die Einsicht allerdings kommt spät: Die Frage sei erlaubt, warum Mronz und Herbert Zimmer, Aufsichtsratsvorsitzender des Bundesligisten, trotz Kenntnis der Situation Baecks Vertrag in der Sommerpause ohne Not verlängerten und ihm vor allem in der Personalpolitik vollkommen freie Hand ließen.

„Wenn man Entscheidungen trifft, kann man Fehler nicht immer vermeiden”, hält dem Mronz entgegen. Trotzdem: „Wir werden auch die Strukturen innerhalb des Vereins analysieren.” Im Klartext: Es ist nicht ausgeschlossen, dass Mronz und Zimmer neben einem neuen Trainer in absehbarer Zukunft auch einen Sportdirektor installieren.

Ebenfalls nicht ausgeschlossen, dass der Stephan Baeck heißen wird, denn: „In sechs bis acht Wochen setzen wir uns mit Stephan zusammen und denken über eine mögliche Tätigkeit für ihn im Verein nach.”

Bis dahin aber sind Mronz und Zimmer mit anderen Dingen befasst: „Wir überdenken verschiedene Optionen und haben bereits erste Gespräche” mit möglichen Kandidaten für Baecks Nachfolge geführt.

Über Namen des neuen Trainers will sich Mronz nicht auslassen, ebenso wenig über den Zeitpunkt der Vertragsunterschrift: „Viel wichtiger ist, dass wir jemanden finden, der zu uns passt” - und ob dies die kolportierte Lösung mit dem zur Zeit verletzten Kapitän Sasa Obradovic sein könnte, der dabei ist, den Trainerschein zu erwerben, ist angesichts der Erfahrungen mit Baeck, der ebenfalls als Spieler zuerst Manager und dann Trainer wurde, mehr als fraglich.

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