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Aachen: Alexander Zverev: „Tennis ist heute physischer und schneller“

Aachen : Alexander Zverev: „Tennis ist heute physischer und schneller“

Mit 16 Jahren gewann Alexander Zverev das Junioren-Finale der Australian Open, ein Jahr später stieß er beim ATP-Turnier in Hamburg bis ins Halbfinale vor. Am Sonntag steht das Riesen-Tennistalent im Aufgebot des TK Kurhaus in Aachen in der Tennis-Bundesliga auf dem Platz. Vor seinem Debüt sprach Roman Sobierajski mit dem 1,96-Meter-Mann.

Seit Ihrem Erfolg in Hamburg dürfte bei Ihnen ständig das Telefon klingeln.

Zverev: Ja, das Medieninteresse ist schon riesig, aber mein Vater und ich versuchen, das so weit wie möglich von uns fern zu halten.

Beim Turnier in Hamburg sind Sie mit einer Wildcard ausgestattet bis ins Halbfinale vorgedrungen. Kam der Erfolg für Sie genauso überraschend wie für die Öffentlichkeit, oder war das schon Teil gezielter Karriereplanung?

Zverev: Ich habe auch in den Wochen davor schon gut gespielt, habe in Braunschweig gewonnen, bin in Stuttgart nur ganz knapp im Tiebreak geschlagen worden. Aber, dass ich in Hamburg so erfolgreich war, kam auch für mich aus heiterem Himmel.

Sehen Sie Hamburg als gelungenen Einstieg in die internationale Profikarriere?

Zverev: Der Erfolg in Australien und die Finalteilnahme in Paris spielten sich noch im Juniorenbereich ab, und wieviele gute Junioren haben den Sprung in den Seniorenbereich nicht geschafft. Das ist einfach ein ganz anderes Niveau. Erst jetzt ist meine Karriere richtig gestartet, und ich hoffe einfach, dass ich gut weiterspielen kann.

In vielen Veröffentlichungen wird nicht mit dem Vergleich mit Boris Becker gegeizt. Nervt Sie das?

Zverev: Nein, überhaupt nicht, aber ich bin auch nicht so weit, wie Boris damals war. Der Vergleich ist unfair ihm gegenüber. Das Spiel war damals zudem ganz anders. Heutzutage als 17-Jähriger Wim-bledon zu gewinnen, ist unmöglich. Tennis ist viel physischer, viel schneller und im technischen Bereich viel besser geworden.

Wie groß sind die Probleme mit dem eigenen Spiel durch schnelles Wachstum?

Zverev: Ich habe erst in diesem Jahr angefangen, überhaupt an der Physis zu arbeiten, das war im letzten Jahr noch unmöglich. Ich bin ständig gewachsen und hatte dann Schmerzen am Knie, am Rücken oder an der Schulter. Jetzt, wo ich mich stabilisiert habe, muss ich darauf achten, dass ich körperlich stärker werde, um mit den anderen mithalten zu können.

Ihr älterer Bruder Mischa ist sehr schnell unter die Top 50 gekommen und dann folgte Stagnation. Nimmt man das als warnendes Beispiel, die Karriere vorsichtiger anzugehen?

Zverev: Das waren in seinem Fall keine Fehler, sondern unglückliche Verletzungen. Hätte er die nicht gehabt, wäre er auch heute noch weit oben dabei.

Am Sonntag treten Sie in der Tennis-Bundesliga an, dort warten ebenfalls Hochkaräter als Gegner.

Zverev: Ja, aber man spielt dort für die Mannschaft, nicht nur für sich allein. Ich hoffe, ich kann dazu beitragen, dass wir gewinnen.