Aachen: Alemannia holt den dritten Sieg

Aachen: Alemannia holt den dritten Sieg

„Mein Gott, bin ich froh, wenn es gleich endlich losgeht”, fieberte Alemannia Aachens Trainer Stefan Falter kurz vor dem Spiel gegen den SV Sinsheim dem ersten Ballwechsel entgegen. Mit 3:1 (29:27, 17:25, 25:17, 25:14) schlugen die Bundesliga-Volleyballerinnen den Aufsteiger aus dem Kraichgau und tauschten in der Tabelle die Plätze.

Zumindest der erste Durchgang dürfte Falter über weite Strecken zufrieden gestellt haben: Von der gewohnten Annahmeschwächen keine Spur - im Gegenteil: Vor allem Rita Liliom stand defensiv bärenstark und sammelte mit ihren Schmetterbällen zum Satzende hin Punkte im Angriff. Zuvor war es Anika Brinkmann mit einer starken Phase in der Mitte des Satzes, die die „Ladies in Black” eigentlich klar auf die Siegerstraße brachte - eigentlich. Denn bei einer beruhigenden Führung von 24:19 spielte die Alemannia plötzlich Balaleika auf den Nerven der 700 Zuschauer, kassierte noch den Ausgleich, legte durch Anna Rönnbäck und Brinkmann immer wieder vor - und konnte den Satz trotzdem erst nach 35 Minuten zum 29:27 zumachen.

Plötzlich der Faden gerissen

„Das hat den Mädels trotzdem richtig gut getan, dass die Annahme so souverän gestanden und viele offensive Aktionen zugelassen hat. Dieser Trend ist klar zu erkennen”, bewertete Falter den Auftritt. Im zweiten Durchgang riss dafür urplötzlich der Faden: Bei Aachener Schönspielerei kam der Gast auf 10:11 heran, machte anschließend acht Punkte in Folge und fuhr das Satz(-Geschenk) unbedrängt mit 17:25 nach Hause. Nach der zehnminütigen Pause, die Stefan Falter zu „einer ruhigen Ansprache” nutzte, kam die Alemannia allerdings schnell wieder in die Spur. Sinsheims Trainer Rudi Sonnenbichler muss das Debakel geahnt haben, nahm bereits beim Stand von 0:3 die erste Auszeit, musste aber dennoch mitansehen, wie seine Mannschaft mit 9:15 ins Hintertreffen geriet. Ein Monsterblock von Esther Stahl, Anna Rönnbäck mit Schnellangriff und Rita Liliom brachten die Alemannia mit 20:13 in Front. Ein Rückstand, von dem sich die Kraichgauerinnen nicht mehr erholten, Anika Brinkmann schmetterte zum 24:15, den finalen Stich setzten Esther Stahl und Alex Preiß mit einem unüberwindbaren Doppelblock zum 25:17.

In den letzten Satz startete die Alemannia ebenso furios, führte schnell mit 3:0, doch erst ein Schmetterschlag von Anika Brinkmann durch den Block brachte eine beruhigende 4:2-Führung. Doch das Spiel blieb eng, die Gäste glichen mit einem Ass zum 4:4 aus. Die Punkte gingen hin und her, erst durch einen verschlagenen Angriff der Sinsheimerinnen konnten sich die „Ladies in Black” mit drei Punkten zum 12:9 deutlicher absetzen. Auch die erneute Auszeit durch Sonnenbichler brachte die Gäste nicht mehr zurück ins Spiel. Über 15:10 und 19:12 ging Aachen in Führung - und dem Gegner fehlten klar die Mittel gegen Annahme und Angriff, um das Blatt noch einmal zu wenden. „Esther Stahl hatte mit ihren Killblocks Franziska Brehmer klar beherrscht, Anika Brinkmann konnte gegen Kathrin Neumaier viele Angriffe von der Zweier-Position starten. Das gibt Auftritt für unser Spiel in Wiesbaden”, war Falter nach dem Sprung auf den neunten Tabellenplatz vollends zufrieden.

Alemannia: Rönnbäck, Hindricksen, Brinckmann, Preiß, Stahl, Maurer, Liliom, Wikander, Poll, Feldmann

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