Aachen: Alemannia fährt auf der Zielgeraden den ersten Punkt ein

Aachen : Alemannia fährt auf der Zielgeraden den ersten Punkt ein

Der Tag startete mit einer Spielerverpflichtung. Dimitry Imbongo Boele wurde erfolgreich von einem Engagement am Tivoli überzeugt, der 28-Jährige hatte seine Unterschrift unter einen Einjahresvertrag gesetzt. Um sich einen Eindruck von seiner neuen Arbeitsstätte und seinen Teamkollegen im Wettkampfmodus zu verschaffen, verfolgte der wuchtige Angreifer das Heimspiel gegen Wiedenbrück von der VIP-Tribüne aus.

Boele sah ein über weite Strecken zerfahrenes Spiel, das mit einer gerechten Punkteteilung endete. 2:2 trennte sich Alemannia Aachen am Ende eines nervenaufreibenden Abends vom Sportclub. Der wiedergenesene Niklas Jakusch war ins Tor zurückgekehrt, der Wechsel zwischen den Pfosten sollte aber nicht der einzige sein, den Aachens Trainer Fuat Kilic im Vergleich zum Spiel in Oberhausen vornahm. Patrick Salata ersetzte Alexander Heinze, Alan Stulin erhielt den Vorzug gegenüber Steven Rakk.

Vor sechs Monaten hatten sich die Alemannia und der Sportclub noch zum Verfolgerduell am Tivoli getroffen. Seitdem ist viel passiert, beide Mannschaften mussten im Sommer einen großen Umbruch vollziehen und haben noch mit den Folgen des Neustarts zu kämpfen. Und so oraktelte Kilic vor dem Duell der Sieglosen: „Die Mannschaft, die besser mit der Situation klarkommt, wird belohnt.“

Die Belohnung blieb zwar in der Anfangsphase aus, es waren aber die Hausherren, die das Heft des Handelns in die Hand nahmen. Kai Bösing (5.) hätte schon früh für eine Weichenstellung sorgen können, der Mittelfeldspieler scheiterte im Eins-gegen-eins-Duell aber an SC-Keeper Marcel Hölscher. Aachen blieb spielbestimmend, gute Abschlusssituationen ergaben sich in der Folgezeit allerdings kaum, da die Gäste Beton angerührt hatten und auf Konterchancen lauerten.

Die Zahl der Fehlpässe wuchs, Wiedenbrücks David Hüsing (21.) sorgte mit einem Schuss aus 18 Metern noch für den größten Aufreger. Es brauchte eine Einzelaktion, um die Aachener zum ersten Mal in dieser Saison in Front zu bringen: Blendi Idrizi tankte sich in den Strafraum, Daniel Latkowski brachte den flinken Angreifer mit einer Grätsche zu Fall. Den fälligen Elfmeter verwandelte Manuel Glowacz (32.) souverän zum 1:0.

Die Führung gab den Hausherren nicht die erhoffte Sicherheit, und es sollte nur sieben Minuten dauern, bis sich die große Schwäche der Alemannia in dieser Saion erneut offenbarte: Nach einer Ecke setzte sich Robin Twyrdy am kurzen Pfosten durch und überwand Jakusch mit einem wuchtigen Kopfball — es war der fünfte Gegentreffer nach einer Standardsituation in dieser Spielzeit.

Kilic schien in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben, Vincent Boesen und der eingewechselte Robin Garnier (47.) verpassten es jedoch, den alten Abstand wiederherzustellen. Die Verunsicherung bekamen beide Teams nicht abgeschüttelt, eine gute Aktion von Björn Weisenborn, der unbedrängt flanken durfte und den eingewechselten David Loheider fand, brachte die Aachener sogar ins Hintertreffen (61.).

Die vierte Niederlage im vierten Meisterschaftsspiel nahm Formen an, da auch an diesem Abend wieder das Matchglück nicht auf Aachener Seite war. Hölscher verhindete mit einem starken Reflex gegen Boesen den Ausgleich (75.). Als die Hausherren schon wie die sicheren Verlierer aussahen, schlug Garnier zu, der eine Flanke von Idrizi über die Linie drückte (89.) — und der erste Punkt war auf der Zielgeraden doch noch eingefahren.

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