1. Sport

Düren: Abgeprallt am Spitzen-Duo

Düren : Abgeprallt am Spitzen-Duo

Die Blickrichtung in der Tabelle geht nach unten: Volleyball-Bundesligist Evivo Düren hat das Spitzenduo SCC Berlin und VfB Friedrichshafen aus den Augen verloren.

Nach dem 1:3 gegen den VfB am Freitag vor 2400 Zuschauern in der heimischen Arena Kreis Düren ist Evivo auch in Berlin mit 2:3 gescheitert. Jetzt heißt es für Düren, den dritten Platz in Tabelle bis zur Weihnachtspause zurückerobern und festigen. Die Gegner im Blickfeld sind Unterhaching, Mendig und Wuppertal.

Dabei war Düren so knapp davor, aus dem Spitzenduo ein Trio zu machen. 20:25, 26:24, 25:18, 19:25, 13:15 hat die junge Mannschaft von Trainer Bernd Werscheck beim Meister Berlin verloren. „Ein paar dumme Fehler haben den Sieg gekostet”, sagte Werscheck nach dem Spiel.

Da fällt ihm beispielsweise eine zu lang geratene Annahme der Berliner im fünften Satz ein. Dürens Malte Holschen will den Ball mit Gefühl in das Berliner Feld drücken. „Statt dessen legt er den Ball ins Aus. Er hätte einfach feste draufhauen sollen”, so der Trainer.

Zu Beginn des vierten Satzes hat Dürens Spielmacher Ilja Wiederschein eine unglückliche taktische Entscheidung getroffen. Statt weiter die bis dato so erfolgreichen Angriffe über die Mitte zu spielen, verteilte der 27-Jährige seine Pässe vermehrt nach Außen. Die Block-Feldabwehr des Meisters stellt sich darauf besser ein, Berlin rettet sich in den Tie-Break.

Im ersten Durchgang hat Evivo den Kürzeren gezogen, weil Dürens Jüngster Christian Dünnes von des Gegners Aufschlägen laut Werscheck „seziert” worden ist. Sven Dick hat die Partie für Dünnes zu Ende gespielt.

Trotzdem war Dürens Trainer keinesfalls unzufrieden. „Alle haben gut gespielt. Und wir haben gesehen, dass der SCC, was das Leistungsvermögen angeht, nicht weg ist. Die haben wir drauf und können sie packen.”

Um so ärgerlicher, dass sich dieses Leistungsvermögen nicht in der Tabelle widerspiegelt. Düren ist jetzt Vierter, die Zielvorgabe für den Rest der Hinrunde klingt einfach: „Wir müssen alles gewinnen”, sagte Werscheck.

Dann hätte Düren bestätigt, dass es die Nummer 3 in der Liga ist. Bisher sind lediglich vier Siege gegen Teams, die den Sprung unter die besten Sechs der Liga wohl nicht schaffen werden, auf der Haben-Seite. Friedrichshafen ist für Düren nach wie vor eine Nummer zu groß.

Berlin hat man zunächst aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn verloren: „Wir wollen versuchen, vor dem ersten Play-Off-Spieltag vor dem SCC auf Platz zwei zu stehen”, erklärte Bernd Werscheck seine langfristige Planung.

Das hätte zur Folge, dass Düren im Idealfall im Halbfinale auf Berlin und nicht auf Friedrichshafen treffen würde. „Aber davon will ich noch gar nicht sprechen”. Das Grinsen auf Bernd Werschecks Gesicht deutete aber an, dass er daran denkt.