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25 Jahre Unicef-Aktion: Spendenbereitschaft, die keine Grenzen kennt

25 Jahre Unicef-Aktion : Spendenbereitschaft, die keine Grenzen kennt

Seit 25 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Unicef und Medienhaus Aachen. Viele Gönner und Freunde begleiten sie. 26 Ausstellungen und viele Aktionen sind in den Jahren Kindern in aller Welt zugute gekommen.

Blicken wir zurück auf das erste Jahr der Partnerschaft zwischen Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, und der damaligen Aachener Volkszeitung. Man schrieb das Jahr 1996, und gemeinsam wurde der jeweils 50. Geburtstag gefeiert. Doch dann gesellte sich ein weiteres Geburtstagskind zu der kleinen Runde: der Circus Roncalli, der bei seinem Gastspiel in Aachen 20 Jahre alt wurde.

Eine glückliche Fügung. Denn so entstand über die Jahre eine ganze Reihe von Veranstaltungen im Zirkuszelt, deren Erlöse Unicef zugutekamen. Dazu gehörten Konzerte mit dem städtischen Sinfonie-Orchester, Kindercircus-Festivals und bis zum Jahr 2007 vier Comedy-Festivals, bei denen Kleinkünstler aus der Region auf die große Roncalli-Bühne durften. Insgesamt spülte die Kooperation mit Roncalli rund 100.000 Euro in die Spendenkasse.

So manche Reise mit Unicef für die Kinder dieser Welt fand nicht allein in der Tageszeitung ihren Niederschlag.

Im Jahr 1997 brachte der Thouet-Verlag Aachen die Reportage über Kinderarbeit in Brasilien unter dem Titel „Kleine Hände, krummer Rücken“ als Buch heraus. Talkmasterin Sabine Christiansen stellte es vor. Im gleichen Jahr wurden unsere Redaktion und Reporter Manfred Kutsch für die Unicef-Berichterstattung mit dem Journalistenpreis „Entwicklungspolitik“ des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgezeichnet. Die Ehrung nahm Bundespräsident Roman Herzog vor. 1998 erschienen die Berichte über Äthiopiens Straßenkinder ebenfalls in Buchform. Der damalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel präsentierte das Buch mit dem Titel „Endstation Straße?“ der Öffentlichkeit. 2007 wurde Silke und Manfred Kutsch die traditionelle „Ente“ des Bezirksvereins Aachener Presse verliehen.

2009 entschied der damalige Chefredakteur Bernd Mathieu, auch die Aachener Nachrichten ins Boot zu holen.

So fand die neue Kampagne „Schulen für Afrika“ gleich in beiden Zeitungen ihren Niederschlag. Seit 2018 führt Mathieus Nachfolger Thomas Thelen die Kooperation mit Unicef „aus großer Überzeugung“ fort.

Seit vielen Jahren begleitet Silke Fock-Kutsch die Kampagnen mit der Kamera.

Strahlende Gesichter: Silke Fock-Kutsch zeigt Kindern in Uganda die gerade gemachten Aufnahmen. Foto: MHA/Manfred Kutsch

Die Fotos fanden Eingang in 26 Ausstellungen. Hinzu kommt eine Sammlung unter dem Titel „Andere Kinderwelten“, die aus rund 80 Gegenständen besteht, die das Ehepaar von seinen Projektreisen mitgebracht hat. Die „stummen Zeugen“, wie Manfred Kutsch sie bezeichnet, machen Leid und Lebenskunst der Kinder in Kriegs- und Krisenländern fassbar – und fühlbar: Zu sehen sind unter anderem ein Fußball aus Bananenblättern, ein selbst gemachtes Rechengerät aus Ton, Kinderarbeitswerkzeuge wie ein Diamantensieb oder eine Machete, eine russische (unschädlich gemachte) Landmine der Marke PMX, das zerrissene T-Shirt eines äthiopischen Straßenkindes oder verbranntes Kochgeschirr aus einem zerbombten Einfamilienhaus im Irak.

Unzählige Schulklassen besuchten die Ausstellungen in Banken der Region, im Theater Aachen, in den Geschäftsräumen der AOK sowie in diversen Betrieben der Region. 2011 eröffnete die Schauspielerin Katja Riemann „Andere Kinderwelten“ in der Sparkassenzentrale Elisenbrunnen. Auch überregional kam die Präsentation zum Einsatz, unter anderem im Kölner Rautenstrauch-Jost-Museum.

Die Schulen standen auch im Fokus des von 1999 bis 2013 gestalteten Unicef-Jahreskalenders, der bei Bertelsmann unter dem Motto „Kinder unserer Welt“ erschien.

Das Aachener Unternehmen Zentis kaufte jeweils 4000 Exemplare und verschickte sie an Schulen in Deutschland als Unterrichtsmaterial. Auch im Einzelhandel war der Kalender bundesweit erhältlich. Von Beginn an gab es prominente Unterstützer, so wurde der Kalender in Aachen unter anderem vorgestellt von Sir Peter Ustinov, Sabine Christiansen, Monika Lierhaus und Nina Ruge.

Der Aachen Laurensberger Rennverein (ALRV) spendete von 2004 bis 2015 die Erlöse seiner CHIO-Auftaktveranstaltung „Pferd und Sinfonie“ unserer Unicef-Partnerschaft.

Das stolze Ergebnis: rund 150.000 Euro. Auch die Ritter des Aachener Karnevalsvereins (AKV) unterstützen das aktuelle Unicef-Projekt unserer Zeitung. Präsident Dirk von Pezold und der Elferrat entschieden 1998, fortan am Mittag der Festsitzung ein närrisches Open Air am Markt zu etablieren – zugunsten des Kinderhilfswerks. Die Ritter ließen sich nicht lumpen. US-Botschafter John C. Kornblum schenkte Glühwein für Unicef aus, Edmund Stoiber stiftete einen BMW, Wendelin Wiedeking einen Porsche, Henning Scherff einen Mercedes Roadster SL, Guido Westerwelle brachte 8000 Euro von der Telekom mit, Thomas Borer-Fielding, US-Botschafter in der Schweiz, 10.000 Euro. Karl Kardinal Lehmann ließ über die AKV-Homepage eine exklusive Rom-Reise versteigern.

Großartige Unterstützung quer durch unsere Gesellschaft prägt die Partnerschaft vom ersten Tag an.

Nur einige wenige Beispiele für Benefiz-Einnahmen: Schüler-Sammlungen bei ungezählten Vorträgen der beiden Reporter in allen Schulformen, Großspenden über 50.000 Euro von Alemannia Aachen, 20.000 Euro vom Zirkus Althoff, Erlöse aus kulturellen Ereignissen wie dem Konzert des Sharon-Quartetts im Aachener Krönungssaal, dem Weihnachtsmärchen „Aladdin“ im Theater Aachen oder der Gründung des größten, 12.000-stimmigen Kinderchores der Welt beim CHIO Aachen mit Kinderliedermacher Volker Rosin. Versteigert wurden ein von Pelé signierter Fußball und ein Hufeisen des einstigen „Wunderpferdes“ Totilas. Sogar die Häftlinge der JVA Aachen starteten in der Anstalt nach Vorträgen Sammlungen.

Medienpartnerschaften wurden über viele Jahre mit 100,5 DasHitradio und Center TV unterhalten.

Darüber hinaus stieß die Jahreskampagne des Medienhauses mit Unicef auch mit zahlreichen TV-Beiträgen bei anderen Medien auf Interesse.