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Unicef im Ukraine-Krieg: Kindsein zwischen Bomben und Flucht

Unicef im Ukraine-Krieg : Kindsein zwischen Bomben und Flucht

Die Lage für die Kinder in der Ukraine ist dramatisch. Mehrere Millionen sind durch die Erlebnisse des Krieges traumatisiert, viele Familien wurden auseinandergerissen. Das Kinderhilfswerk Unicef hilft.

„Blue Dots”, blaue Punkte, heißen die Unicef-Anlaufstellen für Flüchtende, die an mehreren Grenzübergängen zu Nachbarländern der Ukraine kurzfristig installiert wurden. Sie bieten den Eltern neben wichtigen Informationen auch eine erste psychosoziale Betreuung. Die Kinder können sich in den „Blue Dots” erholen und spielen - es ist für alle eine kurze Verschnaufpause nach den schrecklichen Erlebnissen.

Schätzungen zufolge sind bereits 2,3 Millionen Ukrainer in Nachbarländer geflohen - darunter etwa eine Million Mädchen und Jungen: “Die Situation für die Kinder ist dramatisch”, sagt Michaela Bauer, stellvertretende Leiterin von Unicef Ukraine, “Es fehlt an allem. Besonders Familien mit Kindern auf der Flucht brauchen dringend Wasser, Nahrung und medizinische Hilfe.”

Laut Informationen der Vereinten Nationen  (UN) wurden bislang schon 549 Zivilisten getötet, darunter sind auch 41 Kinder. Allerdings gehen die UN davon aus, dass die tatsächliche Zahl viel höher liegt.

Immer häufiger stehen in diesen Tagen auch zivile Einrichtungen wie Wohnhäuser, Schulen, Waisenhäuser und Krankenhäuser unter Beschuss.

Derweil versucht Unicef mit seinen zahlreichen Partnern von internationalen Organisationen, Jugendverbänden bis hin zu den ukrainischen Gemeinden trotz der Kämpfe eine Versorgungskette aufzubauen, um die verbleibenden Menschen im Land mit dem Nötigsten zu versorgen. Unter anderem wurden in dieser Woche essentielle medizinische Güter an Geburtskliniken in und um Kiew geliefert. Auch 20 weitere Krankenhäuser werden mit dringend notwendigen Geräten ausgestattet. Sogar im stark umkämpften Osten des Landes ist das Kinderhilfswerk trotz großer Gefahr aktiv und unterstützt bedürftige Familien mit Trinkwasser, Hygieneartikeln und Reinigungsmitteln.

 Mehrere Millionen ukrainische Kinder sind auf der Flucht. Viele sind mit ihren Müttern unterwegs, es gibt aber auch unbegleitete Minderjährige, die vor dem Krieg fliehen.
Mehrere Millionen ukrainische Kinder sind auf der Flucht. Viele sind mit ihren Müttern unterwegs, es gibt aber auch unbegleitete Minderjährige, die vor dem Krieg fliehen. Foto: Unicef/Moldovan

Oft sind Kinder auch ganz allein auf der Flucht. Was tut man, wenn man solch ein Kind trifft? Und wohin können sich Eltern wenden, die ihr Kind aus den Augen verloren haben? Für solche Situationen will Unicef die Menschen sensibilisieren und Unterstützung leisten. Gleichzeitig hilft das Kinderhilfswerk, die Evakuierung von Kindern aus Heimen zu überwachen und sie in Sicherheit zu bringen. Mobile Teams vom Kinderschutz sind außerdem unterwegs, um Mädchen und Jungen zu helfen - sei es, weil sie Opfer von Gewalt oder Missbrauch oder von ihren Familien getrennt wurden.

(red)