Würselen/Aachen: Weichenstellung für das Leben: Eheleute Maassen geben Unterricht

Würselen/Aachen: Weichenstellung für das Leben: Eheleute Maassen geben Unterricht

Ohne die Sprache geht es nicht, weder in der Schule noch später im Beruf. Gerade die Kinder von kürzlich hinzugezogenen oder geflüchteten Menschen, die keinen deutschen Kindergarten besucht haben, bekommen das beim Einstieg in die Grundschule zu spüren. Das ist auch vielen Schulleitern aufgefallen, die sich an Nathalie Thomé vom Jugendamt Würselen gewandt haben.

Mit Gabriele Maassen fand sie schließlich jemanden, die sich dieser Aufgabe mit Herzblut angenommen hat. Nun gibt sie zusammen mit ihrem Mann Adolf an der GGS Würselen Mitte sieben Kindern dreimal in der Woche Deutschunterricht.

Kindgerecht: Gabriele und Adolf Maassen bringen den kleinen Schülern spielerisch Deutsch bei. Foto: Rolf Hohl

Eigentlich klingt das Wort Unterricht zu angestaubt und trocken für das, was Gabriele und Adolf Maassen mit den sechsjährigen Vorschülern machen. Mit selbst gestalteten Bilderrätseln, Zahlenspielen und auch mit Liedern gelingt es den beiden, die Kinder bei Laune zu halten. „Da muss man sich jeden Tag etwas Neues einfallen lassen, damit der Spaß nie zu kurz kommt“, sagt Gabriele Maassen. Beim Inhalt aber, so betont sie, bleibe sie streng: Wenn Rechenaufgaben nicht richtig gelöst wurden, dann werden diese wiederholt, bis sie stimmen.

Mit Zahlen wie mit Worten kann man aber nichts anfangen, wenn man ihre Bedeutung nicht kennt. Daran arbeiten die Maassens jeweils zwei Stunden pro Unterrichtstag — und es klappt schon vieles ganz gut. Die Zahlen von eins bis 20, Begrüßung, Gegenstände und Tätigkeiten erkennen und die richtigen Artikel dazu verwenden.

„Man merkt, wie die Kinder hart an sich arbeiten und wie viel Freude sie trotzdem daran haben“, bemerkt Petra Maubach vom Verein zur Förderung der Jugendhilfe Würselen, welche diese Vorschulgruppe zusammen mit weiteren Spendern finanziert.

Und die Eltern, die manchmal dabei sind, um sich von den Fortschritten der Vorschüler ein Bild zu machen, träfen sich mittlerweile auf eigene Initiative auch zu Hause in Gruppen, um gemeinsam mit den Kindern zu lernen, wie Gabriele Maassen berichtet.

Es ist einer von vielen positiven Nebeneffekten dieses Projekts und gleichzeitig eine Antwort auf die Frage, wie Integration gelingen kann. Damit dies auch in Zukunft weitergeführt werden kann, ist das Projekt aber auf Spenden angewiesen.