Stolberg: Der Weg zu mehr Selbstständigkeit

Stolberg: Der Weg zu mehr Selbstständigkeit

Den kleinen Dingen des Lebens wird oftmals nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdienen. Dabei sind es gerade die leisen Zwischentöne und kleinen Schritte, die zu Momenten des Glücks werden. Das weiß auch Marita Holper, stellvertretende Vorsitzende des Vereins „FortSchritt“ der Städteregion Aachen.

Seit 2010 existiert der gemeinnützige Verein, der eine Initiative betroffener Eltern von körper- und mehrfachbehinderten Kindern ist, sowie von Ärzten und Fachkräften aus dem Pflegebereich.

Gezielte Förderung: Beim „FortSchritt“ wird wertvolle Arbeit mit Kindern und jungen Erwachsenen geleistet. Foto: Heike Lachmann

Im Mittelpunkt steht die Konduktive Förderung, eine Therapieform, die vor mehr als 60 Jahren von dem ungarischen Arzt Andras Petö entwickelt wurde. Sie unterstützt Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen durch intensive Förderung, aktiver am Leben teilzuhaben. Auch bei Schädigung bestimmter Bereiche des Gehirns ist es möglich, neue Fertigkeiten zu erlernen. Durch gezielte Förderung werden erlernte Fertigkeiten automatisiert und nachhaltig gespeichert, so dass sie im Alltag möglichst selbstständig angewendet werden können. „Unsere Patienten sind zwischen einem Jahr und 33 Jahren alt.

Gezielte Förderung: Beim „FortSchritt“ wird wertvolle Arbeit mit Kindern und jungen Erwachsenen geleistet. Foto: Heike Lachmann

In Fördereinheiten werden Gruppen- und Einzeltherapien durchgeführt. Pädagogik und Rehabilitation gehen hier Hand in Hand“, erzählt Holper.In kleinen Schritten und nach dem jeweils individuellen Tempo werden die Patienten entsprechend gefördert. Ein wesentlicher Teil, den der Verein seit Jahren realisiert, sind die sogenannten Förderwochen. Meistens in den Ferien gelegen, haben Menschen mit Körper-und Mehrfachbehinderungen die Möglichkeit, in dieser Zeit unter der Anleitung von ausgebildeten Kondukturen ein Intensiv-Petö-Training zu erleben. Das Problem: Nicht alle Teilnehmer haben eine Kostenübernahme. Damit sie aber dennoch in die Förderwochen mit einbezogen werden können, braucht der Verein „FortSchritt“ Unterstützung von dritter Seite.

Freut sich über Unterstützung: Marita Holper vom „FortSchritt“. Foto: Svenja Pesch

Keine Wunder bewirken

Ohne Unterstützung kann der Verein, der aktuell 50 Mitglieder zählt, bei weitem nicht das leisten, was er gerne möchte. Und dass das Petö-Training ankommt, merken Holper, die selbst Mutter einer behinderten Tochter ist, und andere Betroffene deutlich. „Natürlich können die Konduktoren keine Wunder bewirken, aber man sieht bei einer gewissen Kontinuität deutliche Fortschritte, und dafür lohnt es sich zu kämpfen“, betont Holper.