Aachen: „Menschen 2016“: Von Kämpfern, Preisen und einer Beruhigungspille

Aachen: „Menschen 2016“: Von Kämpfern, Preisen und einer Beruhigungspille

Toni Schumacher ist als jemand bekannt, der gerne mal aneckt. Auch eilte ihm ein Ruf als „Raubein“ voraus. Doch alles Schnee von Donnerstag, alles längst vergessen: „Ich werde mittlerweile die Beruhigungspille des Geißbockheims genannt“, sagt Kölns Torwartlegende und lacht.

Vorbei die Zeiten, in denen der heute 62-Jährige mit ruppigen Aktionen auf dem Platz und seinem Skandalbuch „Anpfiff“ für Schlagzeilen sorgte. Es ist der Einstieg in ein unterhaltsames Gespräch über Fußball und soziales Engagement, denn in seiner Rolle als Ehrenamtler ist der FC-Vizepräsident zur Gala „Menschen 2016“ gekommen.

Ein paar Worte über den FC

Schumacher verleiht an diesem Abend den Egidius-Braun-Preis. Natürlich nicht, ohne vorher noch ein paar Worte über den FC zu verlieren. Die Stimmung im Verein sei gut, sagt Schumacher im Gespräch mit AN-Lokalchef Achim Kaiser und Chefredakteur Bernd Mathieu, und zum Beweis lüftet er noch schnell die Hosenbeine seines grauen Anzugs. Zum Vorschein kommen rote Socken: „Der Vorstand zieht immer rote Socken an, solange es gut läuft.“

Mit nicht weniger Witz und guter Laune gratuliert Schumacher Ulla Symens aus Geilenkirchen. Die 62-Jährige engagiert sich seit Jahrzehnten beim Tennisklub Rot-Weiß für die Nachwuchsarbeit, wie Christoph Pauli, Sportchef der Aachener Zeitung und der Aachener Nachrichten, in seiner Laudatio auf Symens hervorhebt. Die Ehrung vor großer Kulisse macht die sportbegeisterte Symens geradezu sprachlos. Die ausgebildete Pädagogin will ihren Schützlingen nicht nur den Sport, sondern auch Werte wie Teamgeist und Respekt vermitteln. Der Preis mag ein weiterer Ansporn sein, dies auch im neuen Jahr zu tun.

Ziele fürs neue Jahr hat auch Triathletin Astrid Stienen, die zurzeit mit einer Verletzung kämpft. Eines heißt: Hawaii. Dort treffen sich jedes Jahr die Besten ihrer Zunft. Die 37-jährige Ärztin, die auf der Kinderintensivstation in der Aachener Uniklinik arbeitet, ist von den Lesern unserer Zeitung zum zweiten Mal nach 2013 zur Sportlerin des Jahres gekürt worden. Kein Wunder: Die Aachenerin hat vor ein paar Wochen den Ironman in Barcelona nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und einem Marathon mit einer Siegerzeit von 8:54:27 Stunden gewonnen. Für sie war das vergangene Jahr „das schnellste und auch schmerzhafteste“.

Wer sportliche Höchstleistungen erbringt, für den gehören Schmerzen dazu. Davon kann auch André Collet ein Lied singen. Der 45 Jahre alte Ultraläufer ist zum dritten Mal Sportler des Jahres geworden. Er sagt: „Man muss die richtige Psyche haben.“ 100 Kilometer läuft er in 6:44,53 Stunden. Er ist in seiner Altersklasse Deutscher Meister und Weltmeister. Collet, der kein Profi ist, läuft zu Trainingszwecken jeden Sonntag mal eben einen Marathon. Der Aachener bezeichnet sich selbst als Lebemann. Gibt es denn bei aller Disziplin auch mal ein Bierchen? „Ja, hinterher“, erzählt Collet lachend.

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