Region: Detlef Malinkewitz: Comeback bei der Gala „Menschen 2017“

Region: Detlef Malinkewitz: Comeback bei der Gala „Menschen 2017“

Er weiß um die hohen Erwartungen, schließlich hat er selbst sie befeuert. Seit Monaten arbeitet Detlef Malinkewitz (51), der in den 90er Jahren mit einem Cover des Elvis-Presley-Songs „In The Ghetto“ beachtliche Erfolge feierte, auf sein Comeback als Sänger hin und legt mit einem eigenwilligen Selbstmarketing die Messlatte hoch.

Auf seiner Facebook-Seite postet er in schöner Regelmäßigkeit Appetithäppchen und erhält aufmunternde Botschaften — vorzugsweise von Fans, die ihn schon damals anhimmelten. Vor 21 Jahren stürmte Malinkewitz die internationalen Charts. Die Bilderbuchkarriere schien vorgezeichnet. Dann der musikalische Stillstand. Und nun will er es noch einmal wissen. „Mir ist dieses Comeback wichtig; ich wusste immer, dass ich auf die Bühne zurückkehren würde“, sagt er und freut sich auf die Veröffentlichung seines neuen Albums „Feeling good“, das am 16. Februar 2018 erscheinen soll.

Seit Monaten hütet er die neue CD wie ein Staatsgeheimnis. Und man fragt sich, was da wohl kommen mag. Nur so viel seht fest: Elf Songs hat Malinkewitz in den legendären Wisseloord Studios im niederländischen Hilversum aufgenommen — allesamt Coverversionen. Und bei der Gala „Menschen 2017“ unserer Zeitung wird er einen dieser Songs live präsentieren. „Für mein Comeback könnte ich mir kein besseres Event vorstellen, ich freue mich sehr und hoffe, dass ich den Erwartungen gerecht werden kann.“

Top Ten in den Singlecharts

Eine halbe Million Mal hatte sich seine Version von „In The Ghetto“ allein in Deutschland verkauft. Top Ten in den Singlecharts, zehn Millionen Exemplare gingen weltweit über die Ladentheken. Von heute auf morgen war der promovierte Kommunikationswissenschaftler aus dem Baesweiler Stadtteil Setterich zum Popstar geworden. Wenn er an diese Zeit zurückdenkt, bleiben vor allem die schönen Momente, der unvergessene Videodreh zur Single in Las Vegas, überhaupt das aufregende Hotel- und Bühnenleben eines Popstars. „Das war schon verrückt, man kann sich das nicht vorstellen, plötzlich stehst du permanent im Rampenlicht, und alle wollen etwas von dir“, sagt er. „Ein Leben wie im Rausch.“

Doch dem Rausch folgte die Ernüchterung. Plötzlich war Malinkewitz im wahrsten Sinne des Wortes von der Bühne verschwunden. Die zweite Single „Fever“, ebenfalls ein Presley-Cover, floppt. Noch heute rauft sich Malinkewitz über die Entscheidung der Plattenfirma Sony die Haare. „Ich habe nie verstanden, wie man sich für das Stück entscheiden konnte, das wollte nicht in meinen Kopf. Ich wollte auf keinen Fall ein zweites Presley-Cover machen, habe Sony aber nicht davon abbringen können.“ Überhaupt blickt er in der Rückschau kritisch auf die Mechanismen der Musikindustrie.

Er sei in einem System gefangen gewesen, in dem er seine eigentlichen Stärken nicht habe ausspielen können. „Die wollten, dass ich funktioniere. Und ich habe funktioniert. Aber das Beste, was ich als Sänger hätte geben können, konnte ich in diesem System nicht geben. Da wäre sehr viel mehr drin gewesen“, sagt er. Deshalb habe der Wunsch, eines Tages ein Comeback zu feiern, immer in ihm geschlummert. „Das hat mich nie losgelassen.“

Druck empfindet er nicht. „Ich weiß um die Qualität meiner neuen Songs, jetzt kann ich zeigen, was ich kann“, sagt er selbstbewusst. Höhen und Tiefen habe er erlebt, heute sei er reifer und wisse, dass von dem Comeback nicht sein Leben abhänge. „Ich bin ein Sänger aus Leidenschaft. Wenn den Menschen meine Musik gefällt, dann freut mich das. Wenn ich den Erfolg von damals nicht wiederholen kann, dann geht für mich die Welt nicht unter“, sagt der 51-Jährige.

Malinkewitz weiß, dass es nicht leicht ist, die Elvis-Presley-Rolle loszuwerden. „Ich kann gut nachvollziehen, dass viele Menschen mich immer noch mit Presley verbinden, das ist doch klar“, sagt er. Er hält den „King of Rock‘n‘Roll“ zwar nach wie vor für den größten Entertainer aller Zeiten, „aber irgendwann habe ich begriffen, dass ich mit meiner Stimme mein eigenes Ding machen kann“. Presley soll nun endgültig Geschichte sein.

Und jetzt? Jetzt kommt „Malinkewitz“, sagt Malinkewitz. „Warum soll ich mir irgendeinen Künstlernamen ausdenken? Ich bin Detlef Malinkewitz und sehe keine Notwendigkeit, mich hinter irgendeinem Künstlernamen zu verstecken.“ Und so wird er bei der Gala „Menschen 2017“ am 10. Januar nach langer Zeit wieder im Rampenlicht stehen. Er freut sich auf diesen Abend, freut sich auf die Chance. „Die Anspannung steigt, das ist doch völlig normal. Aber die Vorfreude überstrahlt alles.“