Katharina Schmitz hält Vorlesung der Kinderuni im Audimax der RWTH

Vorerst letzte Vorlesung der Kinderuni : Dank Technik so stark wie Pippi Langstrumpf

Pippi Langstrumpf ist ja schon ein ganz erstaunliches Kind: Mit kaum merklicher Anstrengung stemmt sie ihr Pferd, den Kleinen Onkel, in die Höhe. Wer wollte es ihr nicht nachmachen? Professorin Katharina Schmitz, Dozentin der letzten Kinderuni im ersten Halbjahr, konnte den Kindern im Audimax der RWTH dafür einen guten Tipp geben.

„So stark wie Pippi Langstrumpf – Hydraulik macht’s möglich“ war der Titel ihrer gestrigen Vorlesung.

„400 bis 1000 Kilogramm ist ein Pferd ungefähr schwer“, hat die Leiterin des Instituts für fluidtechnische Antriebe und System der RWTH recherchiert. „Und es gibt auf der Welt wohl nur einen Mann, der es tatsächlich schafft, mit Muskelkraft ein Pferd zu tragen: Dmitri aus der Ukraine.“ Aber man kann sich mit Technik helfen. Und die heißt Hydraulik.

Diese Technik der Kraftübertragung mache es sich zunutze, dass sich Druck in Flüssigkeit sehr gut ausbreite. „Das tut er auch in Gasen. Aber mit Flüssigkeiten, auch Fluide genannt, können wir mit weniger Druck mehr Kraft erzeugen“, erklärte Schmitz. Dafür braucht man nur zwei unterschiedlich große Zylinderrohre, in denen Kolben stecken. Unter den Kolben befindet sich die Flüssigkeit. Die Zylinder werden mit einer Leitung verbunden, so dass das Fluid vom einen Zylinder in den anderen fließen kann.

Schmitz demonstrierte das mit zwei verschieden großen Spritzen, die mit einem Plastikschlauch verbunden waren. Das Wasser aus der kleinen Spritze beförderte sie mit wenig Druck über die Leitung in die große. Deren Kolben bewegte sich spielend nach oben. „Andersherum ist es schon viel schwieriger. Auf den großen Kolben muss ich viel mehr Kraft ausüben“, so Schmitz.

Welche Eigenschaften braucht das Fluid, um gut als Leitmedium für Kraft zu funktionieren? „Wie wäre es mit Cola?“, fragte die Dozentin. Koffeinhaltige Limonade fließt gut, aber schmiert sie auch gut? „Das Fluid muss gut schmieren, sonst verlieren wir über die Reibung zu viel Energie“, sagte Schmitz. „Deshalb ist eine hohe Viskosität gut.“ Die von Cola reicht nicht. Öl ist besser.“

Die nächste Kinderuni ist am 20. September, dem Weltkindertag. Professor Emanuel Richter informiert zusammen mit der Stadt Aachen und dem Kinderschutzbund über „Kinderrechte in einer erwachsenen Welt“ .Die neuen Kinderuniausweise können ab August beim Zeitungsverlag Aachen (Postfach 500110, 52085 Aachen, Stichwort: Kinderuni) angefordert werden. Das genaue Datum wird rechtzeitig veröffentlicht.

(xen)
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