Aachen: Gauck beim Karlspreis: Die EU muss geschlossen sein

Aachen: Gauck beim Karlspreis: Die EU muss geschlossen sein

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat die europäische Politik aufgefordert, im Angesicht der Krisen und Spannungen auf dem Kontinent Werte wie Freiheit und Demokratie offensiv zu verteidigen. „Wer Hand an dieses Projekt legt, versündigt sich an der Zukunft der nachfolgenden Generationen“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in seiner Dankesrede zur Verleihung des Aachener Karlspreises.

Im Beisein von acht Staatsoberhäuptern — darunter Frankreichs Staatspräsident François Hollande, Spaniens König Felipe VI. und Jordaniens Monarch Abdullah II. — nahm der 59-jährige Würselener die Auszeichnung für seinen Einsatz zur Stärkung der europäischen Demokratie entgegen. Schulz stritt für die erstmalige Benennung von Spitzenkandidaten bei den Europawahlen 2014. Die Karlspreis-Jury wertete diesen Prozess als Meilenstein für die Demokratisierung der EU.

Mit Begeisterung dabei: Auch diese beiden jungen Spanierinnen feiern beim Karlspreis mit. Foto: Andreas Steindl

„Gegen die Ungerechtigkeit“

Bundespräsident Gauck mahnte im Krönungssaal des Aachener Rathauses ein ent- und geschlossenes Auftreten der 28 EU-Staaten an: „Die europäische Gemeinsamkeit muss sich in der Gefahr als handlungs- und verteidigungsfähig erweisen, zumal die Gefahr wie im Falle des Terrorismus von innen und von außen gleichzeitig kommt“, sagte Gauck.

Der französische Präsident Hollande unterstrich die internationale Verantwortung Europas. „Europäer zu sein bedeutet, gegen Ungerechtigkeit und Ungleichheit zu kämpfen“, sagte Hollande, den eine lange Freundschaft mit Schulz verbindet.

Der jordanische König Abdullah II. bin al-Hussein sieht Europa beim Nahost-Konflikt in einer entscheidenden Rolle. Es gehe um die Vermittlung der nachdrücklichen Botschaft: „Sicherheit kommt nur, wenn Friede herrscht. Und Friede entsteht nur, wenn Achtung besteht und der Wille zu Koexistenz und Zusammenleben“, sagte der König.

Unter den Gästen waren auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und die litauische Präsidentin und Karlspreisträgerin Dalia Grybauskaité. Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff hob im Dom das Verdienst von Schulz hervor, die Kompetenzen des Europäischen Parlaments gestärkt zu haben.

Der Rockmusiker Peter Maffay, auch ein Freund des Preisträgers, nannte Schulz einen „wahren Brückenbauer“. Gemeinsam mit dem Symphonieorchester Aachen spielte Maffay den Hit „Über sieben Brücken musst du gehen“.

(az)