Heinsberg: Solidaritätskollekte für Langzeitarbeitslose und ihre Familien

Heinsberg: Solidaritätskollekte für Langzeitarbeitslose und ihre Familien

Langzeitarbeitslose und ihre Familien sollen wieder eine Perspektive und Zukunft im Kreis Heinsberg haben. Dass kann nur geschehen, wenn der Blick der Öffentlichkeit sich auf den öffentlich geförderten Arbeitsmarkt richtet, damit die langzeitarbeitslosen Menschen beim Verein Amos oder bei der Caritaswerkstatt wieder in Arbeit kommen können.

Darauf machten Betriebsseelsorger und Pastoralreferent Johannes Eschweiler, Vorsitzender des Vereins Amos, Hans Ohlenforst, Leiter der Caritaswerkstatt, Regionaldekan Gottfried Maria Graaff sowie die ehrenamtlichen Mitarbeiter Elfi Brockhoven, Inge Bachmann und Jürgen Wehmeyer von Amos im Vorfeld der Solidaritätskollekte für Langzeitarbeitslose und ihre Familien unter dem Motto „Weil Arbeit nicht von Himmel fällt... sind wir gefragt“ am 9. und 10. Mai aufmerkam.

Die Langzeitarbeitslosenquote im Kreis Heinsberg sei genau wie bundesweit massiv gestiegen, erklärte Eschweiler. Langzeitarbeitslose seien langfristig kaum in den Erwerbsarbeitsmarkt zu vermitteln und hätten somit keine Chance in der Gesellschaft. Denn die Fördermittel für sie seien weitestgehend abgeschafft worden. Im Kreis gebe es wenige Ansätze, dagegen zu steuern. Da sei der Gesetzgeber gefragt, ebenso wie das Job-Center und die Agentur für Arbeit, Langzeitarbeitslose zu fördern.

„Der Eindruck entsteht, dass auch im Kreis Heinsberg Langzeitarbeitslose abgeschrieben sind und keine große Lobby mehr haben.“ Ganz konkret machte Eschweiler dies am Beispiel von Amos fest: Da sei Ende vergangenen Jahres die Bürgerarbeit für Langzeitarbeitslose ausgelaufen. „Wir wollen der Öffentlichkeit klar machen, dass es noch Arbeitslose gibt, die unser aller Unterstützung brauchen“, unterstrich Ohlenforst. Jeder Träger habe wegen der fehlenden Förderung Probleme, Langzeitarbeitslose zu beschäftigen und in Arbeit zu bringen.

„Arbeitslose werden übersehen. Ich selber bin langzeitarbeitslos, habe wenn nur befristete Jobs und gelte mit 54 Jahren als zu alt“, berichtete Wehmeyer.

Es sei unverständlich, dass ein Teil der Bevölkerung sich selbst überlassen werde und damit eine Entsolidarisierung und eine Art von Ghettoisierung einhergehe, betonte der Regionaldekan. „Mit der Solidaritätskollekte wollen wir der Entsolidarisierung der Gesellschaft entgegenwirken“, so Graaff.

Die Gemeinschaft der Glaubenden habe diese Defizite im staatlichen System gesehen und bürgerschaftliches Engagement entwickelt, um mit Projekten Arbeitslose in Arbeit zu integrieren. Darauf müsse der Fokus der Öffentlichkeit wieder gerichtet werden. Deshalb sei es wichtig, mit der Solidaritätskollekte ein solidarisches Zeichen von Christen mit Langzeitarbeitslosen zu setzen, so Graaff.