So bereiten sich Bären auf den Winterschlaf vor

Gute Nacht, lieber Boo! : So bereiten sich Bären auf den Winterruhe vor

Fressen, fressen, fressen – und dann einfach sehr viel schlafen. Für Grizzlybären und andere Tiere ist das sogar lebenswichtig. Sie halten Winterruhe oder Winterschlaf.

Eine Wurzel hier, eine aufgeschreckte Maus da: Wenn der Grizzlybär Boo sich auf den Winter vorbereitet, frisst er, was er vor die Nase bekommt. Das ist auch dringend nötig. Denn bald beginnt für Boo und alle anderen Grizzlys die Winterruhe. Sie startet zwischen Oktober und Dezember und endet erst im Frühling. In dieser langen Zeit dösen die Bären in ihren Höhlen – ohne etwas zu fressen oder zu trinken.

„Grizzlys verlieren in der Zeit etwa ein Drittel ihres Körpergewichts“, sagt Cath. Sie ist Biologin und kennt sich gut mit Bären aus. Wenn ein Grizzly also vor seiner Winterruhe etwa 400 Kilogramm wiegen würde, wären es im Frühling nur noch rund 270 Kilo.

Um diese Zeit gut durchzustehen, arbeitet der Körper von Boo langsamer. Boo atmet zum Beispiel weniger und sein Herz schlägt nicht mehr so schnell. Bei Tieren, die einen richtigen Winterschlaf halten, wird der Körper sogar noch langsamer. Das ist zum Beispiel bei Igeln so. Grizzlys aber können leicht wieder aufwachen – und tun das auch hin und wieder. Deshalb nennen Fachleute den Schlaf der Grizzlys meist Winterruhe anstatt Winterschlaf.

Für seine Winterruhe richtet sich Boo eine Höhle gemütlich her. „Er polstert sie mit Gräsern und anderen Pflanzen aus“, erklärt Cath. Dass sie und ihre Kollegen so viel über Boo wissen, liegt daran, dass sie den Bären sehr gut beobachten können. Denn Boo lebt in einem Schutzgebiet im Land Kanada. Dort wurde er schon als junger Bär hingebracht. Seine Mutter starb, als er noch klein war. Weil er sich damals noch nicht allein versorgen konnte, kümmerten sich Menschen um ihn. So landete Boo in dem Schutzgebiet. Das Gebiet ist ein großer Wald an einem Berghang mit einem Zaun drum herum.

Boos Zuhause liegt mitten in den Rocky Mountains. Das ist eine bekannte Bergkette. Die Berge ziehen sich vom Land Kanada bis in die Vereinigten Staaten von Amerika. In den Rocky Mountains leben auch viele Grizzlys in freier Wildbahn. Dort kann es im Winter schnell mal minus 30 Grad Celsius kalt werden. Den Bären in der Höhle macht das aber nichts. Sie sind durch ihr dickes Fell gut gewärmt.

Eigentlich könnten die Tiere damit sogar im Winter herumlaufen, ohne dass ihnen zu kalt werden würde. Doch dann hätten sie Probleme, genug zu fressen zu finden. Denn bei der Kälte ziehen sich kleine Tiere zurück und Pflanzen sterben ab. Die Winterruhe ist also ein guter Trick, um durch diese schwierige Zeit zu kommen. Na, dann: Gute Nacht.

(dpa)