Aachen: Sie haben entschieden: Gloria wird eine „Streberin”

Aachen : Sie haben entschieden: Gloria wird eine „Streberin”

Dass Fürstin Gloria von Thurn und Taxis für (positive) Überraschungen gut ist, hat sie beim „Orden wider den tierischen Ernst” eindrucksvoll bewiesen. Das Sie, als Leser unserer Zeitung, die Leistung der Adeligen zu würdigen wissen, war zu erwarten.

Und trotzdem ist das Ergebnis unserer Leserabstimmung eine kleine Sensation. Die einzelnen Programmpunkte der Sitzung galt es zu bewerten. Von Top (Schulnote eins) bis Flop (Schulnote fünf) reichten die Kategorien. Die Ergebnisse verkündete AZ-Redakteur Manfred Kutsch im Rahmen eines närrischen Bühnenspektakels am Holzgraben.

2400 Leser hatten per Internet ihre Bewertung abgegeben, 1500 sendeten Faxe und tausende schickten ihren Bewertungscoupon per Post. „Das ist Deutschlands größte Leserjury”, betonte Kutsch. Und die hatte in diesem Jahr einen eindeutigen Favoriten: Gloria. Mit der Spitzennote 1,12 belegte sie den ersten Platz.

Zum Vergleich: Joachim Hunold bekam als Ritter im vergangenen Jahr eine 3,16. Auch in der „ewigen Tabelle” der Leserwertung, die seit 1993 durchgeführt wird, schob sich die Fürstin am bisherigen Führenden, Thomas Borer, Botschafter der Schweiz und Ordensritter 2002, vorbei auf den ersten Platz.

Ein besonderes Schmankerl für die rund 1000 Jecke am Holzgraben war der Anruf bei Gloria, bei dem der Adeligen die frohe Botschaft übermittelt wurde. Sie befand sich gerade im Fürstlichen Regensburger Brauhaus, als sie von ihrer Spitzennote erfuhr. „Klasse! Ich war in der Schule so schlecht, wenigstens jetzt ein summa cum laude”, lautete ihr Kommentar.

Nicht nur Gloria, auch die anderen Programmpunkte der Sitzung erzielten gute Noten. Die Silbermedaille holte sich Rosenkavalier Guido Westerwelle mit der Note 1,71. Auch Jürgen Beckers kam gut an: Als Redner sicherte er sich Platz fünf (1,95) und als Saaldiener Platz drei (1,8). Dazwischen die „Engländer” Prinz Charles und Camilla. Sie holten eine 1,85.

Nicht zuletzt waren es die musikalischen Beiträge von Gita Haller, Jupp Ebert und Ägid Lennartz (2,25), die in Ihren Augen (und Ohren) die Sitzung deutlich besser machten als im vergangenen Jahr.

Mit der Note Gesamtnote 2,03 war die diesjährige Ordenverleihung wider den tierischen Ernst die beste seit 2002. „Endlich mal wieder eine spritzige Sitzung!”, meinte Leserin Hildegard Römer aus Würselen, Gisela Dohlen aus Roetgen bescheinigte AKV-Präsident und Moderator Horst Wollgarten ein „gutes Erscheinungsbild”, er habe aber „langweilig geredet”.

Nicola Bruck-Kreitemeier aus Tuscaloosa, Alabama fand „Gloria und die beiden Engländer topp.” Anders die Meinung von 12 Mitgliedern eines Karnevalsvereins im Heinsberger Land: „Besser als die Schrottsitzung vom letzten Jahr war die diesjährige auch nicht.”

Hanni Hoenen aus Herzogenrath schrieb, dass ihre beiden Söhne in Bamberg und Stuttgart „seit Jahren zum ersten mal wieder begeistert waren.” Wollgarten betonte: „Es tut unserer Stadt gut, dass die Sitzung überregional gut angekommen ist”. Eines ist jedenfalls sicher: Die kommenden Ordenverleihungen werden sich an der diesjährigen messen müssen.