Erkelenz-Lövenich: Seit Januar gibt es den Waldkindergarten „Wühlmäuse”

Erkelenz-Lövenich: Seit Januar gibt es den Waldkindergarten „Wühlmäuse”

Gegründet wurden die „Wühlmäuse” am 20. Januar 2009. Ziel der Initiatoren um den Vorsitzenden Florian Kuß war die Schaffung eines Waldkindergartens in Erkelenz. Ein Betreuungsangebot, das in Erkelenz noch fehlte.

Jetzt, rund ein halbes Jahr nach der Gründungsversammlung, hat der Waldkindergarten seine Arbeit aufgenommen. Die derzeit zehn Kinder haben in einem blauen Bauwagen am Bolzplatz an der Bruchstraße in Lövenich ihr neues Zuhause gefunden.

Anfängliche Probleme mit den Anwohnern konnten durch eine Charmeoffensive der Vereinsgründer schnell beseitigt werden. Bei einem gemeinsamen Sommerfest auf dem Bolzplatz konnten die Anwohner ihre neuen Nachbarn und deren Ziele vor Ort kennen lernen.

Vor allem merkten die Anwohner schnell, dass die Kinder keinen Lärm machen und sich im Wald zu benehmen wissen. „Wir werden akzeptiert und bekommen auch praktische Hilfe angeboten”, betont Mitgründerin Sabrina Rütten.

Die Lövenicherin war von Anfang an dabei und ist von der Idee eines Waldkindergartens überzeugt. Für die Suche nach einem überzeugenden Betreuungsangebot nahm sie auch in kauf, dass ihr fünfjähriger Sohn Elias ein Jahr zu Hause bleiben musste. „Er ist begeistert”, weiß sie zu berichten. „Anfangs wollte er gar nicht mehr nach Hause kommen.”

Auch ihr zweijähriger Sohn Jaron soll im nächsten Jahr den Waldkindergarten besuchen. Bis dahin soll der derzeitige kleine blaue Bauwagen einem größeren Modell, das für Waldkindergärten geeignet ist, oder einer festen Hütte gewichen sein. „Für den Bauwagen suchen wir noch dringend Sponsoren”, betont der Vorsitzende Florian Kuß. Der größere Bauwagen ist nötig, da die „Wühlmäuse” mit einigem Zulauf rechnen.

Für Anfang 2010 sind 15 bis 16 Kinder geplant, wodurch eine weitere Stelle für eine Erzieherin geschaffen wird. Auch Praktikumsstellen für angehende Erzieher werden gerne vergeben. Dass die „Wühlmäuse” so schnell von der Idee zum echten Waldkindergarten werden konnten, verdanken sie auch der Hilfe der Stadt. „Vor allem im Beigeordneten Dr. Gotzen hatten wir einen Förderer gefunden”, betont Rütten.

Und so war die Betriebserlaubnis schnell erteilt, ein städtisches Grundstück gefunden und das Anliegen im Jugendhilfeausschuss schnell beschlossen. Der Wald, den die Kinder und ihre beiden Betreuerinnen Bettina Löpers und Ramona Recker nutzen, liegt zum Teil im Naturschutzgebiet. Die Gruppe hat feste Anlaufstellen im Wald, wo die Kinder Natur erleben können.

Dazu gehört auch Rücksichtnahme. So darf ein Platz von April bis Juli nicht aufgesucht werden, da dort Nachtigallen brüten. „Unsere Kinder lernen, die Natur und die Tiere im Wald zu respektieren”, erklärt Rütten. Welche Plätze vom Waldkindergarten genutzt werden, wurde im Vorfeld mit der Unteren Landschaftsbehörde abgesprochen.

Die „Wühlmäuse” nehmen auch noch Anmeldungen entgegen. Bei der Aufnahme in den Verein wird eine einmalige Aufnahmegebühr von 25 Euro fällig. Darüber hinaus wird ein monatlicher Beitrag von fünf Euro erhoben. Alle weiteren Kosten entsprechen denen eines „normalen” Kindergartens und werden vom Jugendamt erhoben.

Infos zum Waldkindergarten

Informationen über die „Wühlmäuse” erteilt Florian Kuß unter 02431/947 078. Die Betreuungszeiten sind 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr. Auch ein Mittagessen kann in der Gruppe eingenommen werden. Der Waldkindergarten ist unter 0172/902 2060 erreichbar.

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