Kreis Heinsberg: Sehschwäche: Betroffenen geht oft das Selbstvertrauen verloren

Kreis Heinsberg: Sehschwäche: Betroffenen geht oft das Selbstvertrauen verloren

Erst braucht man nur eine neue Brille — und plötzlich diagnostiziert der Arzt den Grauen Star. Um Betroffende und (noch) Nichtbetroffene über Augenkrankheiten, deren Entstehung sowie über Prävention zu informieren, fand jetzt der Tag des Sehens in Übach-Palenberg statt.

In Verbindung mit der bundesweiten Woche des Sehens, die vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, der Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft und vielen anderen Verbänden unterstützt wurde, wollte sich auch der Blinden- und Sehbehindertenverein des Kreises Heinsberg für eine ­Informationsveranstaltung zu diesem Thema einsetzen. Zusammen mit Doris Linden-Mahr vom Mehrgenerationenhaus Übach-Palenberg reifte die Idee eines Tages mit Fachvorträgen, Diskussionsrunde und Angebot von Alltagshilfen ­heran.

Ob Farben erkennen, Flüssigkeitspegel anzeigen oder Produktansagen anhand von Barcodes: Die moderne Technik kann Sehbehinderten und Blinden den Alltag erleichtern.

„Der teilweise oder völlige Verlust des Augenlichtes führt in erster Linie dazu, dass das Selbstvertrauen der Betroffenen verloren geht“, erklärte Vereinsvorsitzender Heinz Wolf in seiner Begrüßung den rund 40 Gästen im Übach-Palenberger Mehrgenerationenhaus. Um ­da unter anderem entgegenwirkend aufzuklären, hielten die Augenärzte Dr. ­Valentin und Joseph Videa aus Übach-Palenberg einen Fachvortrag: Sie sprachen über verschiedenen Augenkrankheiten und boten den Zuhörern anschließend reichlich Gelegenheit für Fragen und Diskussion über Ursachen, Prävention und Behandlungsmöglichkeiten.

Neben der fachlichen und theoretischen Seite des Informations­tages gab es auch einen praktischen Teil. Zum einen konnten sich die Besucher mithilfe von Simulationsbrillen ein Gefühl dafür verschaffen, wie es Erkrankten mit verschiedenen Seheinschränkungen ergeht. Ob nun der Graue Star, die Altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) oder die Retinitis pigmentosa — ein Blick durch die entsprechende Brille machte deutlich, wie schwer es Erkrankten fällt, beispielsweise einen einfachen Text zu lesen. „Da erkennt man ja gar nichts mehr“ oder „Wenn man das Blatt ganz nah vor die Augen hält, dann geht es so gerade“: So war dann meist zu hören. Ebenso konnten Gäste ­anhand eines Führerscheintest­gerätes unter Anleitung von Optik Hunscheid ermitteln, ob ihre Sehkraft noch ausreichend ist.

Außerdem informierten Birgit und Carina Oepen von Barrierefreie Medien aus Düren und Maik Thiessat von der Firma Baum über den Alltag erleichternde Hilfsmittel für visuell und auditiv eingeschränkte Menschen. Ob es nur die digitale Lupe ist, auf der man einen Text nahezu beliebig vergrößern kann, die optisch unauffällige sprechende Armbanduhr oder ein Gerät, das durch den Scan von Barcodes sagt, welches Produkt man in der Hand hält: Der Alltag ist trotz Einschränkung der Sehfähigkeit mit großer Selbstständigkeit zu meistern, wenn Betroffene sich zu helfen wissen.

(as)