Kanal zwischen Indesee und Hambachsee: Seeverbindung sorgt für Diskussionen in Inden

Kanal zwischen Indesee und Hambachsee : Seeverbindung sorgt für Diskussionen in Inden

Verhindern möchten die Indener Politiker den angedachten Kanal zwischen Indesee und Hambachsee nicht, uneingeschränkte Befürworter sind sie aber auch nicht.

Anfang April dieses Jahres hat Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) eine Absichtserklärung vorgelegt, die ein erstes grobes Bild von einer möglichen Seeverbindung zwischen den künftigen Tagebauseen Inden und Hambach zeichnet. Unterschrieben ist diese Erklärung unter anderem von zwei Landräten und sieben Bürgermeistern. Hinter der Signatur von Indens Verwaltungschef Stefan Pfennings (UDB) steht der Vermerk, dass diese Zustimmung vorbehaltlich einer Ratsentscheidung gilt. Die Politikerinnen und Politiker der Gemeinde haben deshalb nun im Hauptausschuss beraten – und mehrheitlich grünes Licht gegeben.

Wichtig ist zu betonen: Das grüne Licht gilt nicht grundsätzlich für die Seeverbindung, sondern nur für eine Machbarkeitsstudie. Konkret heißt es im Beschluss: „Die Gemeinde Inden begrüßt die Projektinitiative Seeverbindung Inde- und Hambachsee. Im Sinne der anliegenden Absichtserklärung werden die notwendigen Studien und Planungsprozesse unterstützt, für notwendige Ressourcen wird sich eingesetzt.“

Nicht zustimmen konnte diesem Entschluss die Indener SPD. Zu viele Fragen seien offen, erklärte Josef Johann Schmitz. Unter anderem: Wie breit muss die Trasse sein? Welche Wassertiefe ist vorgesehen? Wie viel Wasser wird zusätzlich gebraucht und wo kommt es her? Welche Schiffe sollen dort fahren? Wer ist Eigentümer der benötigten Flächen? Sind bereits Geldquellen vorgesehen, um das Projekt zu finanzieren? „Ohne Antworten ist heute keine verantwortbare Entscheidung möglich“, lautete das abschließende Urteil von Schmitz.

Auch die anderen Fraktionen gestanden, zunächst Bedenken ob des großen Projektes gehabt zu haben. „Wir haben in der UDB angefangen, das Für und Wider zu diskutieren, sind aber schnell auf einen ganz anderen Ansatz gekommen: Die meisten Fragen kann man heute noch gar nicht beantworten. Aber Visionen, die für uns und die Region von positiver Bedeutung sein können, müssen geprüft werden dürfen, und dann ist es okay, dass dafür Geld angesetzt ist“, vertrat Herbert Schlächter die Ansicht seiner Fraktion. „Was uns getrieben hat, ist der Gedanke, dass wir es heute nicht wagen sollten, unseren zukünftigen Generationen einen Weg zu verbauen, indem wir heute falsche Entscheidungen treffen. Deshalb ist unser Ansatz: Ja, prüfen!“ Ob die Seeverbindung dann wirklich gebaut werde, sei die Entscheidung von nachkommenden Generationen.

Dem schloss sich Olaf Schumacher für die CDU an. „Ja, das ist eine Entscheidung, die auch Geld kostet, aber wir wollen der nächsten Generation keine Möglichkeit verbauen, sondern Verantwortung für sie übernehmen.“ Und in Richtung von Josef Johann Schmitz fügte er an: „Für mein Gefühl dienen die Fragen nur dazu, sowas platt zu machen.“

Zweifel hegten zunächst auch die Grünen. „Wir tun uns ein bisschen schwer, weil es keine Exit-Strategie gibt“, sagte Fraktionsvorsitzende Katja Becker zur Machbarkeitsstudie. „Grundsätzlich ist ja fast alles machbar, wenn man endlose Ressourcen hat.“ Es müsse also deutlich festgelegt werden, wann der Plan nicht in die Tat umgesetzt wird. Wo das Wasser, das Personal, das Land und das Geld für diese Vision herkommen, gilt es für sie noch zu klären.

 Falls es zur Realisierung kommt, werden die Rur und die Seeverbindung sich kreuzen. Ob es eine Option ist, den Kanal oberhalb der Rur entlang zu führen, wird die Machbarkeitsstudie zeigen müssen.
Falls es zur Realisierung kommt, werden die Rur und die Seeverbindung sich kreuzen. Ob es eine Option ist, den Kanal oberhalb der Rur entlang zu führen, wird die Machbarkeitsstudie zeigen müssen. Foto: HHVision

Stadtplanerin Regina Dechering versicherte den Ausschussmitgliedern, dass ein Entschluss über die Realisierung erst von den politischen Räten in 40 bis 50 Jahren gefällt würde. „Ich gebe Ihnen Recht: Parameter können sich in 40 Jahren ändern. Es geht jetzt darum, nach heutigem Kenntnisstand zu prüfen, welche Parameter berücksichtigt werden müssen, wenn die Achse realisiert wird. Sie entscheiden nicht, ob die Seeverbindung kommt oder nicht. Nur ob sie wollen, dass das zukünftig möglich ist.“ Und das wollten die Indener Politiker – zumindest mehrheitlich.