Schuppenflechte: Darum ist die konsequente Behandlung wichtig

Gene verantwortlich : Schuppenflechte: Darum ist die konsequente Behandlung wichtig

Schuppenflechte ist nicht heilbar, aber die Symptome lassen sich mit modernen Therapien deutlich lindern. Trotzdem ist die Abbruchrate bei der Behandlung mit bis zu 40 Prozent sehr hoch. Dabei ist es so wichtig, dass die Patienten bei der Stange bleiben.

Rund zwei Millionen Menschen sind in Deutschland an der nicht ansteckenden Hautkrankheit Schuppenflechte erkrankt. Bei dieser chronischen, von Medizinern Psoriasis genannten Erkrankung teilen sich die Hautzellen etwa achtmal schneller als bei gesunden Menschen.

Während eine gesunde Haut etwa einen Monat braucht, um sich zu erneuern, passiert das bei Schuppenflechte innerhalb von vier Tagen. Die Folge: Rötungen und silbrige Schuppen entstehen, die sogenannten Plaques, die brennen und jucken. Oft sind Haaransatz, Knie und Ellenbogen betroffen, und der Leidensdruck ist groß.

Für die Erkrankung sind unsere Gene verantwortlich, die Auslöser jedoch nur zum Teil erforscht. Meistens bricht Psoriasis durch Stress, Infektionen oder hormonell bedingt aus. Die Krux dabei: Unser Immunsystem hat normalerweise die Aufgabe, Krankheitserreger unschädlich zu machen, um Infektionen zu verhindern.

Bei Psoriasis hingegen richtet es sich gegen gesunde körpereigene Zellen, die sich daraufhin entzünden. Vor allem die Epidermis ist betroffen, in vielen Fällen kommen in späteren Jahren auch die Gelenke hinzu (Psoriasis-Arthritis).

Gute Erfolgsaussichten

„Wir verfügen heute über eine ganze Reihe sehr wirksamer Therapieoptionen, mit denen wir den allermeisten Menschen mit Schuppenflechte gut helfen können“, sagt Prof. Dr. Wiebke Ludwig-Peitsch, Chefärztin der Klinik für Dermatologie und Phlebologie im Vivantes Klinikum im Friedrichshain in Berlin. „Psoriasis ist nicht heilbar, aber glücklicherweise gut behandelbar.“

 Prof. Dr. Wiebke Ludwig-Peitsch
Prof. Dr. Wiebke Ludwig-Peitsch Foto: Vivantes Klinikum

Die Therapie der Schuppenflechte erfolgt je nach Schweregrad mit Cremes, Tinkturen, Kortisonpräparaten, Lichttherapien oder Medikamenten in Form von Spritzen oder Tabletten. Auch eine antientzündliche Ernährung spielt eine Rolle.

Mit einer individuell auf den Patienten abgestimmten Therapie können die Symptome effektiv gelindert und häufig sogar komplett unterdrückt werden. Sogenannte Biologika greifen gezielt in die fehlerhafte Abwehrreaktion des Körpers ein. Die gut verträglichen Medikamente hemmen Botenstoffe, die eine Schuppenflechte auslösen, und stoppen Entzündungen. Mithilfe eines Pens spritzen sich die Patienten das Medikament unter die Haut. Wichtig ist, dass dies regelmäßig geschieht.

Nicht nachlässig werden

Zu einer erfolgreichen Behandlung gehört ein vertrauensvolles Arzt-Patient-Verhältnis mit kontinuierlichen Gesprächen. Mediziner sollten die Therapie verständlich und ausführlich erklären und Patienten die Chance geben, alle Fragen zu stellen sowie ihre persönlichen Bedürfnisse, Wünsche und Ängste einzubringen. Trotzdem brechen viele Patienten ihre Therapie ab. Damit das nicht passiert, sind Selbsthilfegruppen nachweislich eine gute Unterstützung.

Hilfreich sind auch Apps, die regelmäßig an die Medikamenteneinnahme erinnern. „Es gibt Fälle, bei denen Biologika so gut helfen, dass sich die Betroffenen gesund fühlen und die Therapie einfach vergessen“, weiß Wiebke Ludwig-Peitsch - und warnt vor Nachlässigkeit: „Das führt zur Verschlechterung. Die Therapie ist langfristig angelegt, bei manchen Menschen lebenslang.“

(vo)