Kreis Düren: Schulpsychologischer Dienst berät am Zeugnistelefon

Kreis Düren: Schulpsychologischer Dienst berät am Zeugnistelefon

Wenn es am Freitag, 22. Juli, Zeugnisse gibt, ist das für viele Kinder und Jugendliche mit Stress und Angst verbunden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der Leistungsdruck nimmt auch bei Kindern immer weiter zu. Vergleiche untereinander oder unter Geschwistern können dazu führen, dass Stress wegen Schulnoten entsteht.

Manche Kinder sind auch besonders empfindsam und können mit der Enttäuschung, eine schlechtere Note als erwartet zu bekommen, nur schwer umgehen. Einige Kinder fürchten sich auch vor Bestrafungen oder Wutausbrüchen der Eltern. Wenn Eltern am Zeugnistag aus allen Wolken fallen und geschockt oder wütend reagieren, kann das auch zu Familienkrisen führen und den Stress für die Kinder verstärken.

„Eltern sollten sich vor allem um Gelassenheit bemühen, wenn das Kind mit einem schlechten Zeugnis nach Hause kommt”, rät Anna Kempen vom Schulpsychologischen Dienst in der Kreisverwaltung Düren. „Es ist wichtig, ruhig zu bleiben. Wenn der erste Schock vorbei ist, kann man sich in Ruhe zusammensetzen, nach Ursachen forschen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Dabei sollten Eltern ihre Kinder nicht mit den Sorgen allein lassen, sondern auch Unterstützung anbieten”, so die Diplom-Psychologin.

Ein schlechtes Zeugnis sei immer auch ein Signal, dass das Kind Hilfe benötigt. Zudem sollten Eltern versuchen, bei den Erwartungen an ihre Kinder realistisch zu bleiben. „Auch eine Drei kann eine tolle Note sein, wenn das Kind in einem bestimmten Fach besondere Schwierigkeiten hat, oder sich im Laufe des Schuljahres von fünf auf drei verbessert hat.”

Es sei wichtig, dass Eltern es honorieren, wenn sich ihr Kind angestrengt hat. Noten sollten daher nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Kontext dessen, was im Laufe des Schuljahres geschehen ist. Kindern hilft es, wenn sie das gesamte Schuljahr über spüren, dass ihre Eltern sich für die Schule und damit verbundene Sorgen und Probleme interessieren und mitbekommen, wie ein Kind steht. Wenn Eltern kontinuierlich Anteil am Schulleben ihrer Kinder nehmen und im Gespräch mit Lehrpersonen über die Lernentwicklung informiert werden, kommt es am Zeugnistag auch nicht zu bösen Überraschungen.

Vor allem sollte ein schlechtes Zeugnis nicht die ganzen Sommerferien überschatten. „Kinder sollen sich auch entspannen können. Für alle Kinder ist es wichtig zu spüren, dass ihre Eltern sie lieben und unterstützen, egal welche Noten sie nach Hause bringen. Dafür ist die gemeinsam verbrachte Zeit in den Sommerferien eine gute Gelegenheit.” Auch nach einem schlechten Zeugnis bietet der Schuljahresbeginn im September die Möglichkeit, neu anzufangen und Schulprobleme gemeinsam anzugehen.

Beratungen am Freitag und am Montag

Für Kinder und Jugendliche, die Zeugnissorgen haben oder nicht wissen, wie sie mit ihren Eltern über ein schlechtes Zeugnis reden sollen, bietet der Schulpsychologische Dienst ein Zeugnistelefon an. Auch Eltern können hier Beratung bekommen, wenn sie unsicher sind, wie sie auf ein schlechtes Zeugnis reagieren sollen.

Das Zeugnistelefon (Telefon 02421/ 221053) beim Kreis Düren ist besetzt am Freitag, 22. Juli, von 8 bis 16 Uhr und am Montag, 25. Juli, von 8 bis 17 Uhr.

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