Aachen/Linnich: Schüler lassen die Inklusion laufen

Aachen/Linnich: Schüler lassen die Inklusion laufen

Im Kalverbenden war am Mittwoch im ganzen Stadtviertel ein kleines Trommelkonzert zu hören, rhythmisch geschlagen von Schülerinnen und Schülern der Victor-Frankl-Schule. Damit begrüßte die Schule ihre Besucher aus Linnich.

Denn von dort war eine quirlige Gruppe von Schülern einer Förderschule, Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, mit einigen Lehrern nach Aachen gekommen, um an der Tour der Begegnung teilzunehmen, mit der der Landschaftsverband Rheinland (LVR) alljährlich seine Förderschulen aufruft, sich mit einem Staffellauf für eine inklusive Gesellschaft einzusetzen.

So richtig außer Puste waren die Linnicher nicht, denn der Bus parkte direkt vor dem Schulhaus. Beate Jahn, Leiterin der Viktor-Frankl-Schule, ist da doch mehr fürs Laufen. Alle ihre 300 Schüler nehmen am heutigen Donnerstag an der Fortsetzung des Staffellaufs teil, wenn es nach Stolberg geht. Je nach Behinderung laufen sie zumindest bis zum Tierpark, einige verzichten aber auch während der kompletten 15 Kilometer auf den Bus. Darunter sind mehrere sportliche Kinder, die im Rollstuhl sitzen. Sie haben dazu ein Handbike, also einen mit Hebeln zu bedienenden Rollstuhl.

„Laufen kostet nichts“

Die Strecke zur Stolberger Gutenbergschule sei ganz schön schwierig, denn es gehe mehrmals bergauf und bergab, erklärte Beate Jahn. Für sie spielt die Idee des Laufens bei dieser Aktion eine wichtige Rolle. „Laufen kostet nichts, das kann man immer machen.“ An der Schule gibt es auch eine Lauf-AG.

Bei dem Lauf macht als Regelschule das Einhard-Gymnasium mit. Die Gymnasiasten können den Schülern mit Behinderung bei Bedarf helfen. Außerdem verwirklicht sich im Zusammenwirken von Regel- und Förderschulen der Gedanke der Inklusion. Schließlich lautet das Motto der LVR-Aktion „Tour der Begegnung — Inklusion läuft“.

„Aachen ist die Stadt, in der Inklusion gelebt wird“, ermutigte Bürgermeisterin Hilde Scheidt beim Empfang der Linnicher Gruppe die Kinder und Jugendlichen, die augenscheinlich viel Spaß daran hatten, einander kennenzulernen. „Wir freuen uns sehr, dass ihr alle mitmacht und damit ein deutliches Signal setzt für eine inklusive Gesellschaft“, sagte Birgit Wildanger vom LVR-Dezernat Schulen.

Aachen ist eine Station des Staffellaufs, an dem sich insgesamt rund 3000 Kinder von fast 50 Schulen im Rheinland beteiligen. Die Aktion, die es seit 2005 gibt, dauert noch bis zum 28. Juni. Am letzten Tag treffen sich alle beim „Tag der Begegnung“ im Kölner Rheinpark. Zuvor tragen Schülergruppen den Staffelstab von Stadt zu Stadt, von Schule zu Schule.

In der Viktor-Frankl-Schule gab es nach der offiziellen Stab-Übergabe auch ein riesengroßes Waffel-Essen.