Städteregion Aachen: Schnell die bestmögliche Therapie für den Patienten

Städteregion Aachen: Schnell die bestmögliche Therapie für den Patienten

Im medizinischen Notfall geht es um Sekunden, die kurze Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes kann über Leben und Tod entscheiden. Die Kompetenz der sogenannten Rettungsassistenten, deren Aufgabe es ist, die Versorgung des Notfallpatienten eben bis zum Eintreffen des Notarztes eigenständig zu gewährleisten, muss also im Vordergrund stehen.

Am Montag fiel im RWE-Power-Informationszentrum in Weisweiler der Startschuss des Projekts „Notkompetenz in der Städteregion Aachen”. Im Vorlauf entwickelten 32 Rettungsassistenten in Zusammenarbeit mit Dr. Joachim Habers, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Städteregion, ein Schulungskonzept, für das sie nun als Multiplikatoren zertifiziert wurden. Nach kurzen Grußworten von Dr. Klaus Podlazly, stellvertretender Kraftwerksdirektor der RWE Power, Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram, Gregor Jansen, Dezernent der Städteregion Aachen, und Moderatorin Marlis Cremer, Amtleiterin bei der Städteregion, warf Dr. Robert Dujardin, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der RWE Power einen Blick auf die Situation „seines” Unternehmens. „Zwischen Neuss, Frechen und Aachen sind 70 Kollegen für rund 13000 Mitarbeiter zuständig. Bei einer Häufigkeit von 70 bis 130 Notfalleinsätzen pro Jahr brauchen wir ein schlüssiges Konzept für die Notfallkompetenz. Die Basis hierfür wurde in den vergangenen Monaten geschaffen.” Dabei sei kein in Stein gemeißeltes „Gebetbuch” entstanden, sondern eine Grundlage, die in den kommenden Jahren weiter perfektioniert werden könne.

Peter Timmermanns, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes, das als Vertragspartner der Städteregion in Sachen Rettungsdienst fungiert, betonte ebenfalls die Bedeutung des Projekts. „Wir wollen einen Beitrag leisten, Menschenleben zu retten. Der Rettungsassistent soll mit seiner Kompetenz den Arzt nicht ersetzen, dessen Arbeit aber besser ergänzen können als bisher”, so der Theologe. Die Vermittlung von Kompetenzen solle den Rettungsassistenten nicht nur medizinisches, sondern ärztliches Denken näherbringen.

Während zwei der neuen Lehrrettungsassistenten den Gästen eine Reanimationsmaßnahme vorführten, unterstrich Dr. Joachim Habers, das Notfallkompetenz auch und gerade Geschwindigkeit bedeute. „Es geht darum, dem Patienten schnell die bestmögliche Therapie zukommen zu lassen. Er soll weder unter der Größe eines Tagebaus noch unter Schneefall in Kalterherberg leiden”, so der Mediziner, der erklärte, dass Maßnahmen, die sonst erst vom Notarzt eingeleitet werden, durch die verbesserte Kompetenz nun bereits von dementsprechend geschulten Rettungsassistenten in Angriff genommen werden können. Generell treibt ihn die (zu oft mangelhafte) Notfallkompetenz von Laien an: „Im Notfall sind die ersten fünf bis acht Minuten einfach entscheidend. Und sich Fähigkeiten in Erster Hilfe anzueignen, ist keine Hexerei”, wirbt er für größeres Engagement.