Wassenberg: Schlemmer-Markt macht seinem Namen alle Ehre

Wassenberg: Schlemmer-Markt macht seinem Namen alle Ehre

Wenn die Sonne Teilnehmer und Besucher auch nicht dauerhaft verwöhnt hat, so war es doch bestes Schlemmer-Wetter mit angenehmen Temperaturen, das den Schlemmer-Markt Rhein-Maas in seiner 21. Auflage begleitete. Wer einen der begehrten Sitzplätze ergattern wollte, musste früh dran sein oder sich in Geduld üben.

Die Besucher taten es gerne in Erwartung der leckeren Schlemmereien, die in diesem Jahr überaus vielfältig präsentiert wurden. Die ebenso angenehme wie ­lockere Atmosphäre, welche die ausgezeichneten Christine Westermann und Götz Alsmann am Donnerstagabend bei der kurzweiligen und unterhaltsamen Verleihung der Goldenen Schlemmer-Ente zusammen mit Léa Linster, der Preisträgerin des Jahres 2006, regelrecht „angeschubst“ hatten, setzte sich über die weiteren Markttage fort.

Heinz-Willi und Veronika Sieben sind Stammgäste beim Schlemmer-Markt in Wassenberg. Foto: Anna Petra Thomas

Bekannte Teilnehmer waren davon ebenso begeistert wie diejenigen, die auf dem Markt ihre Premiere feierten. „Jedes Jahr war gut, aber dieses Jahr war‘s wirklich top“, freute sich Marcus Schmidt vom Restaurant Herberg Stadt Stevenswaert aus dem niederländischen Stevensweert, der zum neunten Mal dabei war. Für seine Austernbar hatte er die stolze Zahl von 2500 dieser Schalenweichtiere mit nach Wassenberg gebracht. Gerne standen die Gäste für ­Austern pur oder besprüht mit Whisky oder Grappa am Samstagabend sogar geduldig an.

Aus Jülich waren zum zweiten Mal Wolfgang Müller und Barbara Kessler zum Schlemmer-Markt nach Wassenberg gekommen. Foto: Anna Petra Thomas

„Es macht Spaß! Ich komme gerne nächstes Jahr wieder“, erklärte Koch Marc Ohlenforst (31), der am Samstag auf dem Schlemmer-Markt Geburtstag „feierte“. Nach seiner Ausbildung in Grevenbroich sowie Stationen in der Schweiz und in Aachen ist er gerade erst ins elterliche Restaurant nach Effeld zurückgekehrt. Seine „Ochsenbäckchen“ waren der Renner. „Der Schlemmer-Markt macht seinem Namen alle Ehre“, befand er. „Locker und gar nicht hektisch.“ Lob fand er auch für die Organisation. „Als wir am Donnerstag kamen, stand hier alles fertig.“ Keiner habe etwas dagegen, wenn an den Tischen vor dem ­eigenen Stand auch etwas von den Kollegen gegessen oder getrunken werde, lobte Vater Bert die Atmosphäre auf dem Platz, nahm ein leeres Weinglas vom Tisch und machte auf die Suche nach dem rechtmäßigen Besitzer…

Koch Marc Ohlenforst „feierte“ auf dem Schlemmer-Markt nicht nur Premiere, sondern auch seinen Geburtstag. Foto: Anna Petra Thomas

„Wir machen erst einmal eine Leerrunde“, lautete am Tisch nebenan der Tipp von Heinz-Willi Sieben aus Gerderhahn, der mit seiner Frau Veronika seit vielen Jahren den Markt gleich an mehreren Tagen besucht. Bei diesem ­ersten Rundgang stellen sie ihr Tagesmenü zusammen, das sie dann an den jeweiligen Ständen genießen. „Toll und breit gefächert“, lautete Siebens Fazit für das Marktangebot in diesem Jahr. In den vergangenen Jahren habe der Markt dagegen schon mal „eine kleine Delle“ gehabt mit vielen ähnlichen Angeboten. „Ein ausgesprochen nettes Publikum“, ergänzte seine Frau.

Ganz anders dagegen die Strategie von Wolfgang Müller und Barbara Kessler aus Jülich. „Intuitiv“ seien sie bei ihrer Premiere im vergangenen Jahr vorgegangen, erzählte er. In diesem Jahr hätten sie gezielt den Platz hinter dem Roßtor angesteuert und sich von da aus, nach Jakobsmuscheln und Trüffel, „hoch gearbeitet“ Richtung Altes Rathaus.

(anna)
Mehr von Aachener Zeitung