Heinsberg-Oberbruch: Rund 80 neue Arbeitsplätze in der Planung

Heinsberg-Oberbruch: Rund 80 neue Arbeitsplätze in der Planung

Der australische Brennstoffzellenhersteller Ceramic Fuel Cells Ltd (CFCL) hat am Freitag in Anwesenheit von Staatssekretär Dr. Jens Baganz seine Fertigungsstätte für Brennstoffzellenstapel im Industriepark Oberbruch in Heinsberg eröffnet.

„Einer der ersten Betriebe für die Serienfertigung weltweit”, so CFCL-General Manager Brendan Dow. Über 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und dem öffentlichen Leben waren gekommen, Vertreter der Regierung, Hauptkunden und Lieferanten und Investoren. Zusammen mit Brendan Dow begrüßten CFCL-Direktor Jeff Harding und Frank Obernitz, General Manager Business Development, die Gäste.

2007 habe das Unternehmen in Oberbruch mit einem Büro und drei Angestellten begonnen. Heute sei die Produktionshalle fertig gestellt, „unfallfrei und sicher,” so Dow. 10.000 Brennstoffzellenstapel könnten pro Jahr gefertigt werden, zunächst auf 900, später auf über 4000 Quadratmetern Fläche. Die Investitionen für den Anlagenbau, einschließlich der hochmodernen automatisierten Fertigungsmaschinen betrage 9,5 Millionen Euro. In der Entwicklung und Fertigung sollen, je nach Auftragseingang, 80 qualifizierte Arbeitsplätze entstehen.

„Dies ist ein großer Tag für die Stadt, für die Region und das Land. Wir sind stolz, dass wir es geschafft haben, CFCL von Australien nach Nordrhein-Westfalen zu holen,” sagte Staatssekretär Dr. Jens Baganz. Die Brennstoffzelle sei ein außergewöhnliches Produkt. Es sei kein leichter Weg, sie auf den Markt zu bringen. Deshalb müsse sie jetzt mit dem Start der ersten Serienfertigung aus der Nische der Experten herausgeholt werden.

„Wer sich einmal mit dieser Technologie vertraut gemacht hat, ist von ihr fasziniert: sie ist sehr sauber und hocheffizient.” Mit einem Brennstoffzellen-Miniblockheizkraftwerk produziert ein Haushalt das Fünffache seines Eigenbedarfs.

Wenn die Bürger von dieser Art der Stromgewinnung überzeugt seien, gehe es mit der Marktgewinnung einen großen Schritt voran. Deutschland sei, wenn er an die Kernenergie und Kohlevergasung denke, ein Aussteigerland. „Mit der Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik müssen wir wieder Einsteiger werden,” so Baganz wörtlich.

Im Namen des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie NRW sagte er seine Unterstützung zu. „Das Land NRW beabsichtigt, dieses Investitionsvorhaben mit 1,2 Millionen Euro aus Mitteln des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms zu fördern.”

Die Ansiedlung in Heinsberg bestätige die Anziehungskraft der Region und die Bedeutung des Landes als eine der stärksten Energieregionen Europas. Die Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik gehöre zu einem der Förder- und Entwicklungsschwerpunkte der Landesregierung im Energiebereich. NRW habe hervorragende industrielle Voraussetzungen, die wirtschaftlichen und energiepolitischen Chancen dieser Technologie optimal zu nutzen und werde von einer zukünftigen breiten Nutzung der Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie nachhaltig profitieren können.

Auch bei der neuen Regierung in Berlin wolle man „die Brennstoffzelle einspeisen”, so der Staatssekretär. Denn die Energieversorgung der Zukunft sei die dezentrale Versorgung. Deshalb sei der heutige Schritt von CFCL von der Forschung zur Serienfertigung sehr bedeutend. „Diese Bedeutung ist symbolisch, denn sie geht viel weiter über die Eröffnung dieser ersten Produktionsstätte hinaus. Dies ist ein Baustein für zukünftige Technologie, Umsatz, Arbeitsplätze und technischen Nutzen.”

Anschließend luden die Manager von CFCL zum Rundgang durch die Produktion ein und zeigten stolz die Ergebnisse aus 17-jähriger Forschungsarbeit von CFCL. Allein während dieser 17 Jahre habe, so Frank Obernitz, eine Evolution stattgefunden, was die Weiterentwicklung des Miniblockheizkraftwerkes mit der Brennstoffzelle „inside”, als dem Herzstück der Anlage, angehe. Erste Miniblockheizkraftwerke auf Brennstoffzellenbasis sollen ab März 2010 lieferbar sein.

Die Produktionshalle selbst ist bisher zu einem Viertel belegt. Produziert wird in Reinraumtechnik - schon kleinste Staubkörner könnten den Brennstoffzellen schaden - mit Robotern, leise und sauber, im Dreischicht-Betrieb, rund um die Uhr.

Für zukünftiges Wachstum kann der Betrieb bis zu einer Kapazität von 160.000 Brennstoffzellenstapel pro Jahr im selben Gebäude erweitert werden. Die Firma hat eine Option für eine zukünftige „Greenfield”-Erweiterung auf den Freiflächen des Industrieparks Oberbruch.

Mehr von Aachener Zeitung