Stolberg: Ring ist zu: Euregiobahn fährt ab Juni

Stolberg: Ring ist zu: Euregiobahn fährt ab Juni

Zum Fahrplanwechsel an diesem Sonntag ist er vollzogen: Der Ringschluss zwischen Stolberg via Alsdorf nach Herzogenrath ist komplett — zumindest die Schienen weisen keine Lücken mehr auf. Die letzten 900 Meter zwischen dem Verbindungsweg im Wald durch das Sonderbauwerk Lehmsiefen bis hinter die Steinbachstraße sind verlegt.

„Jetzt machen wir es noch schön“, schmunzelt Christian Hartrampf. Das bedeutet für den Geschäftsführer der Stolberger Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS), dass die noch für den Schienenverkehr gesperrte Strecke fahrtauglich gemacht werden muss. Betonkanäle, die Verbindung der Sicherungstechnik zwischen Herzogenrath und Stolberg, das „Aufhübschen“ des Geländeprofils und jede Menge kleine Details stehen noch an.

Aufgenommen wird die neue Verbindung der Euregiobahn von Stolberg nach Herzogenrath dann zum Fahrplanwechsel im kommenden Juni. Gefunden ist auch eine Lösung für den Knackpunkt der Strecke: Der Bahnübergang Merzbrück darf „nun im Bestand ausgebaut werden“, erklärt Hartrampf. Die Feinheiten — auch mit einem Abzweig in das nahe Gewerbegebiet — erfolgen, sobald die Start- und Landebahn des Flughafens Merzbrück verlegt ist, was absehbar sei.

Aber bereits ab Montag kommen auf die Fahrgäste der Euregiobahn Veränderungen zu. Dann fahren die Triebwagen zwischen Herzogenrath und Alsdorf im Halbstundentakt, bis St. Jöris bleibt‘s erst einmal weiter beim Stundentakt — bis zur Aufnahme der Verbindung in die Kupferstadt in einem halben Jahr.

Weil die von Aachen kommenden Euregiobahn-Züge der Regionalbahn (RB) 20 direkt bis Alsdorf durchgebunden werden, entfallen die nach Heerlen fahrenden Direktverbindungen. Wer in diese niederländische Nachbarstadt möchte, muss in der Rodastadt umsteigen auf den Regionalexpress (RE) 18, der im Stundentakt pendelt: ‘22 ab Herzogenrath, an ‘35 Heerlen ab ‘56 an Herzogenrath ‘10.

Wer mit dem Zug nach Maastricht möchte, muss in Heerlen umsteigen. Noch: Denn ab März 2018, so erklärte es am Donnerstag der Aachener Verkehrsverbund, soll der RE 18 als Maastricht-Aachen-Express die Maasmetropole mit der Kaiserstadt direkt verbinden. Dazu sind allerdings Ausbauarbeiten zwischen Herzogenrath und Heerlen erforderlich, die auch für die EVS abschnittsweise eine neue Herausforderung sind: Die Strecke wird elektrifiziert.

„Wenn die Bauphase beendet ist, wird durch die geplante neue Direktverbindung mit dem Regionalexpress eine Verbesserung der Vernetzung zwischen den Gebieten der Provinz Limburg und des Aachener Verkehrsverbundes erzielt“, sagt Heiko Sedlaczek: „Laut offizieller Auskunft des Netzbetreibers DB Netz sollen die erforderlichen Ausbaumaßnahmen im Bahnhof Herzogenrath Ende des ersten Quartals 2018 abgeschlossen sein“, so der Geschäftsführer des Nahverkehr Rheinland (NVR).

Einen Wermutstropfen gibt es bei dem neuen 30-Minuten-Takt der „Ringbahn“ (RB 20) zwischen Herzogenrath und Alsdorf. Wegen Oberleitungsarbeiten im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Campus West gibt es auf der Strecke Aachen Hbf — Herzogenrath — Heerlen / Lindern / Eschweiler - St. Jöris ab Januar für mehrere Monate starke Einschränkungen, so dass in mehreren Phasen und wechselnden Zeiträumen Strecken- und Bahnhofsgleise seitens der DB Netz AG gesperrt werden. Aufgrund der eingeschränkten Streckenkapazität sind Fahrplanänderungen sowie teilweise auch Ersatzverkehr mit Bussen auf den Linien RE 4, RE 18, RB 20 und RB 33 erforderlich. Dabei sollen die Einschränkungen werktags auf den Zeitraum 8.50 bis 15.30 Uhr begrenzt werden.

Parkhaus wird 2016 gebaut

Eine gute Nachricht gibt es für Stolberger, die nach Köln pendeln wollen: Ab Montag wird eine zusätzliche Fahrt des des RE 1 in einer Schnellversion mit zehn Minuten Zeitersparnis angeboten, die nicht in Eschweiler hält: 7.08 Uhr ab Aachen, 7.16 Uhr ab Stolberg Hbf, 7.54 Uhr an Köln und zurück 16.04 Uhr ab Köln, 16.45 Uhr an Stolberg Hbf und 16.56 Uhr an Aachen Hbf.

Eine weitere Perspektive wird Bahnpendler erfreuen. Die Kupferstadt geht für den NVR in Vorleistung und beginnt Mitte nächsten Jahres mit dem Bau des neuen Parkhauses am Hauptbahnhof. Ebenso will nach Angaben der Stadt die Deutsche Bahn AG im kommenden Jahr mit dem Umbau des Mittelbahnsteiges beginnen, der mit einer „Skywalk“ genannten Überführung der Gleise direkt an das Parkhaus angeschlossen werden soll.

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