Kreis Heinsberg: Reichlich Temperament beim Neujahrskonzert

Kreis Heinsberg: Reichlich Temperament beim Neujahrskonzert

Tolle, aktuelle Live-Musik war schon immer ein echtes Markenzeichen der Neujahrskonzerte der Kreismusikschule in Marienberg. Und auch dieses Mal ließen Bandleader Rainer Tegtmeyer und das Ensemble der Big Band „Jazzliv(f)e“ weder in Sachen Swing noch in der handwerklichen Kunst etwas anbrennen.

Dennoch mischte sich ein wenig Unsicherheit in die Stimmung, denn die Zukunft des bisherigen Musikschulstandortes an der Marienberger Schulstraße scheint ungewiss. „Das Gebäude in Marienberg wird wohl verkauft werden“, so Leiterin Gerda Mercks, „aber wir haben die Zusage der Stadt, wieder geeignete Räume zu finden.“ Mit der Spannung im Hinterkopf, eventuell beim nächsten Neujahrskonzert an ganz anderer Stelle zu spielen, wies Mercks aber auch darauf hin, dass die Raumprobleme der Musikschule des Kreises Heinsberg durchaus bekannt seien.

Dem musikalischen Genuss tat das keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Denn die Bandmitglieder wussten ganz genau, wie sie mit „Gospel John“ oder „Jumpin‘ at the Woodside“ im akustisch vielleicht nicht ganz optimalen Aulabereich des aktuellen Schulgebäudes umgehen müssen. Dafür sorgte nicht zuletzt der Hinweis von Rainer Tegtmeyer, der genau wusste, dass die Musiker bei Stücken wie „Moves like Jagger“ gerne mal zur Party am Instrument neigen. „Ich kann sie aber immer gerade noch bremsen“, so Tegtmeyer, der sich mit dem dennoch überschäumend präsentierten Temperament der Nummer sehr wohl anfreunden konnte.

Den stimmlichen Beitrag beispielsweise bei „All that Jazz“ lieferte dazu Aradhana Grunenberg, die schon seit vielen Jahren ein gern gehörter Dauergast bei den Konzerten der Musikschule ist. Ob sie im nächsten Jahr dabei sein wird, darf noch abgewartet werden, denn sie wird bald Mutter und ist damit das erste Bandmitglied bei einem Konzert der Big Band, das in froher Erwartung einen hochmusikalischen Beitrag lieferte.

Das Programm griff derweil auf eine hervorragend gelungene Mischung aus Jazz und Popstücken zurück. So schmeichelte sich das bedächtige „Bridge over Troubled Water“ genauso schön in die Gehörgänge der begeisterten Gäste wie beispielsweise das kraftvolle „Viva la Vida“ oder die schönen Zugaben „Hello Dolly“ und „Proud Mary“.

An der Musik kann es unterm Strich also nicht liegen, wenn die schöne Tradition der Neujahrskonzerte der Kreismusikschule im kommenden Jahr möglicherweise an anderer Stelle fortgesetzt wird. Andererseits ist noch nichts entschieden, und Musik bleibt ohnehin ein wirklich zeitloser Genuss.

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