Stolberg: „Regionaler Dialog Energiewende“: Private Anlagen selten rentable

Stolberg: „Regionaler Dialog Energiewende“: Private Anlagen selten rentable

„Da kann man noch was tun!“ Lapidar brachte Uwe Zink, Bau- und Umweltdezernent der Städteregion, den Stellenwert der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auf den Punkt.

Rund 50 Vertreter von Architekturbüros, Altenheimen, Städte und Gemeinden sowie von anderen möglichen Interessenten waren im Zuge des „Regionalen Dialogs Energiewende“ (Render) im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg zusammengekommen, um sich von mehrerem Experten und im Austausch untereinander schlau machen zu lassen.

Den Verbund von Strom- und Wärmeerzeugung möchte Uwe Zink jedenfalls nicht missen. Er verriet auch gleich, warum: „90 Prozent Effizienz“ seien ein schlagendes Argument für die KWK, die in Stolberg beispielsweise durch das Bethlehem-Gesundheitszentrum genutzt werde. Doch die Technik könne nur auf einem Weg bei den Abnehmern und damit auf dem Markt durchgesetzt werden: „Wir müssen den Weg mit den Bürgern gehen“, empfahl Uwe Zink dringend.

Dominik Holzapfel von der Energieagentur NRW in Düsseldorf, der als Moderator auch durch die Veranstaltung führte, stellte in seinem Referat vor allem die verschiedenen Instrumente vor, mit deren Hilfe Bürger sich informieren können. Neben dem Info-Telefon (Telefon 0211/86642277) ist das vor allem die Internetseite „www.kwk-fuer-nrw.de“. Dort finden sich vielen Daten, Fakten und Förderangebote, die der Gast aus der Landeshauptstadt darüber hinaus in seinem Referat darstellte.

Kristoffer Genzowsky vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen steuerte zusammen mit anderen Experten — darunter Jörg Ottersbach vom Ingenieurbüro BET und Wolfgang Hyrenbach von den Stadtwerken Aachen — Kompetenz aus der Region zum Render-Dialog im Zinkhütter Hof bei.

Anhand von Schaubildern lotete der Wissenschaftler detailliert die Potenziale in den Kommunen der Städteregion aus, vor allem Synergieeffekte aus der Vernetzung unter anderem von durch Betriebe erzeugter Abwärme, kleinen Biomasse-Kraftwerken und Solarenergie-Flächen. Jörg Ottersbach wiederum zeigte eine gewisse Nähe zum Vortrag von Dominik Holzapfel und wies auf den gesetzlichen Rahmen hin: „Die Modernisierung von Anlagen ist nach dem neuen Gesetz von 2016 noch wirtschaftlicher.“

Zu einer klaren Aussage fand dann auch Stawag-Vertreter Hyrenbach: „Anlagen rechnen sich vor allem im Krankenhaus- und Industriebereich.“ Im privaten Sektor arbeite nur eine von 15 durch sein Haus betreuten Anlagen wirtschaftlich — „und das auch nur, weil sie ein Schwimmbad mit heizt“.

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