Gangelt-Stahe: Regenschutz nützt den Schützen nicht viel

Gangelt-Stahe: Regenschutz nützt den Schützen nicht viel

Es sollte der große Tag des ersten Schützenfestes im Dekanat Gangelt-Selfkant werden, aber es wurde ein Tag der Tränen. Der Heimatabend und die große Musiknacht mit den Original Steigerwälder Musikanten ließen zwar noch Vorfreude auf den großen Festzug aufkommen.

Aber bereits in der Nacht öffnete Petrus seine Schleusen. Die St.-Josef-Schützen zeigte großes Engagement, um zu retten, was zu retten war. Die große Festwiese stand unter Wasser, also wurden die sechs Zelte, die die Jugendgruppe für ihre Stoppelfeldfete gekauft hatte, aufgebaut. Seitlich am hinteren Pfarrheim und Festzelteingang wurde eine Art Zeltschlauch aus den sechs Zelten gefertigt, damit die ankommenden Vereine - 21 aus dem Dekanat sowie Gillrath als befreundete Bruderschaft - samt Spielmannszügen und Musikvereinen eine Unterstellmöglichkeit hatten.

Viele Bruderschaften wurden ins Festzelt geleitet, in dem Diöszesanpräses René Mertens die Feldandacht zelebrierte. Zuvor blickte Dekanatsbundesmeister Ludwig Kaprot immer wieder gen Himmel: „So etwas haben wir noch nie erlebt, Regen zwar schon, aber nicht derart viel.” Schließlich fiel die Entscheidung: „Wir ziehen!” - und der Regen nahm eine kurze Auszeit. Angeführt von zahlreichen Kindern auf bunt geschmückten Fahrrädern sowie dem Trommler- und Pfeiferkorps setzte sich der Festzug in Bewegung. Trotz des schlechten Wetters standen erneut hunderte Menschen am Straßenrand.

Den ersten Applaus gab es für das Königspaar, Wilfried und Marga Welter, sowie die charmanten Ehrendamen aus dem Rodebachtal. Ebenso begeisterten die Königinnen, Prinzessinnen und Ehrendamen der Bruderschaften in ihren schicken Kleidern. Bewundert wurden auch die musizierenden Vereine. Einige hatten Regenschutz dabei, doch das nützte nicht viel. Dennoch erlebten die Schützen einen großen Tag, der trotz, oder gerade wegen des Wetters, noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Glanzvoll hatte das Dekanatsschützenfest in Stahe-Niederbusch mit dem Heimatabend begonnen. Hans-Willi Ritterbex führte durchs Programm. Es wirkten das Trommler- und Pfeifercorps sowie der Instrumentalverein mit. Zudem nahm Anna Franken das Schützenleben humoristisch unter die Lupe. Schirmherr Josef Rütten lobte in seiner Festrede das besonderes Miteinander. In der Dreidörfergemeinschaft gebe es ein starkes und aktives Vereinsleben. Auch Bürgermeister Bernhard Tholen würdigte das Vereinsleben. Diöszesanpräses René Mertens freute sich, ausgerechnet in seiner Heimatgemeinde erstmals als Präses das Dekanatsschützenfest miterleben zu dürfen.

Dass Bundesschützenmeister Wolfgang Genenger sowie Herbert Knur, stellvertretender Diözesanbundesmeister, anwesend waren, ließ auf hohe Ehrungen schließen: Das Silberne Verdienstkreuz im Bund der historischen Deutschen Schützenbruderschaften erhielten Dirk Gillißen, Guido Gillißen, Josef Kofferath, Frank Lutzenburg, Michael Maaßen, Jürgen Melchers, Reinhold Melchers, Frank Schulte und Reinhold Stelten. Den Hohen Bruderschaftsorden bekamen Willi Beumers, Heinrich Esser, Toni Jochims, Karl-Heinz Krenzke, Josef Rütten, Paul Scheeren und Wilfried Tholen. Das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz ging an Friedel Dahlmanns, Peter Laugs und Hans-Willi Ritterbex. Gleich dreimal wurde das Schulterband zum St.-Sebastianus-Ehrenkreuz verliehen: an Wilhelm Loch, Josef Lutzenburg und Wilfried Welter. Mit dem großen Zapfenstreich endete der Heimatabend.

Mehr von Aachener Zeitung