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Tipps für den Strandurlaub: So baut man die perfekte Sandburg

Tipps für den Strandurlaub : So baut man die perfekte Sandburg

Sommerferien und Strandurlaub. Für viele Menschen, egal welchen Alters, gehört das Buddeln im Sand unbedingt dazu. Doch was man eigentlich beachten, um eine perfekte, möglichst große Sandburg hinzubekommen?

Es ist gar nicht so einfach, eine richtig große Burg in den Sand zu setzen. Das weiß jeder, der es schon einmal versucht hat. Ab einer bestimmten Höhe bricht das Ganze nämlich mit schöner Regelmäßigkeit in sich zusammen. Nun kann man am Badestrand aber natürlich auch nicht auf große Bagger aus dem Straßenbau zurückgreifen oder auf motorgetriebene Rüttler, so wie es die professionellen Sandskulpturenbauer machen. Mit ein bisschen Gewusst-wie lassen sich aber dennoch erstaunlich hohe und schöne Burgen bauen. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Tipps und Tricks, die helfen, den Traum vom stolzen Burgherren Realität werden zu lassen.

Tipps für den Standort

Wer eine Sandburg bauen möchte, sollte sich zuerst einmal darüber informieren, ob das Bauen von Sandburgen am Strand überhaupt erlaubt ist oder bestimmten Beschränkungen unterliegt. Aus Gründen des Küstenschutzes kann es nämlich durchaus Einschränkungen geben. Ein Blick in die Bade- und Strandverordnung vor Ort lohnt sich also auf jeden Fall. Oft sind diese Vorschriften auch auf speziellen Schildern direkt am Strand angebracht, so dass kein Urlauber dafür extra dicke Aktenordner wälzen muss.

Direkt am Fuße von seeseitigen Dünen sollte man aber so oder so nicht buddeln und natürlich sind auch Molen, Bootsanleger und andere Bauwerke absolut tabu. Pflanzen, die am Strand oder in den Dünen wachsen, einfach auszureißen, geht ebenfalls selbstverständlich gar nicht. Wer allerdings zu nah am Wasser baut, darf sich nicht wundern, wenn sein Kunstwerk vom nassen Element zerstört wird. Dabei ist es natürlich überaus wichtig, Ebbe und Flut angemessen zu berücksichtigen. Wie hoch das Wasser bei Flut steigen kann, lässt sich in der Regel am Spülsaum erkennen, also dem Bereich des Strandes, an dem das Wasser mitgebrachtes Strandgut, wie Treibholz, Algen, Wasserpflanzen und leider auch Müll ablagert.

Der Fundament-Trick

Selbstverständlich lässt sich eine Sandburg ganz ohne Fundament errichten. Doch dann darf man sich auch nicht wundern, wenn das Ganze irgendwann bedenklich Schlagseite bekommt, weil der Untergrund nachgibt. Wie jedes ganz normale Haus sollte deshalb auch eine Burg über ein ordentliches festes Fundament verfügen. Den Untergrund kann man einfach durch simples Springen verfestigen oder aber auch mit dem Schäufelchen so lange darauf herum klopfen, bis alles einigermaßen gerade und fest aussieht. Wichtig: Das Fundament darf nicht zu nass oder zu trocken sein. Wie bei der ganzen Burg kommt es auch hier auf das richtige Verhältnis von Wasser und Sand an. Welches Mischungsverhältnis am besten funktioniert, haben Wissenschaftler herausgefunden.

 Aller Anfang ist schwer: Eine gute Sandburg sollte über ein ordentliches festes Fundament verfügen.
Aller Anfang ist schwer: Eine gute Sandburg sollte über ein ordentliches festes Fundament verfügen. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Der Mischungs-Trick

Sand eignet sich überhaupt nur als Baumaterial, weil das Wasser sogenannte Kapillarbrücken zwischen den einzelnen Sandkörnern aufbaut, die die winzigen Teilchen zusammenhalten. Dabei kommt es aber auf das richtige Mischungsverhältnis von Sand und Wasser an, denn zu wenig Wasser lässt nicht genügend Kapillarbrücken entstehen und bei zu viel des Guten löst sich das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes in Wohlgefallen auf. Mit anderen Worten: Die richtige Mischung macht es.

Der Geologe und Geograph Prof. Matthew Bennett von der britischen Bournemouth-Universität, den alle nur „Professor Sandburg“ nennen, kennt das richtige Mischungsverhältnis. In seinen Forschungen hat er herausgefunden, dass ein Teil Wasser und acht Teile Sand am besten halten. Dann ist der Sand genau richtig und nicht zu trocken, aber auch noch nicht zu matschig. Als Maß eignen sich Sandförmchen ebenso wie Eimerchen oder alle anderen wasserdichten Gefäße. Es kommt halt nur darauf an, dass Sand und Wasser mit dem gleichen Behältnis abgemessen werden. Wichtig ist, darauf zu achten, dass sich auch alles schön vermischt und das Wasser den Sand auch wirklich gleichmäßig gut durchfeuchtet. Notfalls sollte man den Sand schichtweise einfüllen und zwischen den einzelnen Lagen immer wieder Wasser hinzugeben. So lässt sich in der Regel eine homogenere Mischung herstellen.

Der Komprimier-Trick

Natürlich kann man einfach ordentlich viel Sand auf einen Haufen schippen und das Ganze dann mit dem Schäufelchen festklopfen. Es geht aber auch anders. Der Trick besteht darin, den Sand möglichst stark zu verfestigen. Mit der richtigen Komprimierung lassen sich nämlich erstaunlich große Burgen bauen.

Ein internationales Forschungsteam um Maryam Pakpour von der Universität Amsterdam hat das Verdichten auf die Spitze getrieben und herausgefunden, dass eine Sandsäule mit einem Durchmesser von nur 20 Zentimetern im Idealfall ganze zweieinhalb Meter hoch werden kann, ohne zu zerbrechen. Allerdings stopften die Forschenden den Sand dazu mit einem Wasseranteil von nur einem einzigen Prozent in eine lange Röhre, drückten dann von oben immer wieder ordentlich nach und entfernten schließlich die zwei Hälften der Röhre ganz langsam und vorsichtig zu den Seiten hin.

Am Strand geht das so natürlich nicht. Das muss es auch gar nicht, denn schließlich gibt es ja Eimer. Der Sand wird dazu einfach im richtigen Mischungsverhältnis mit Wasser in einen Eimer gefüllt und dort dann ordentlich festgedrückt. Aber vorsicht: Das Komprimieren bitte nicht übertreiben, denn so ein Plastikeimerchen hält schließlich keinem unbegrenzten Druck stand. Mit einer ganzen Reihe von derartigen Sandeimerbausteinen lassen sich beachtlichliche Höhen erzielen, indem Sandbaustein auf Sandbaustein übereinander geschichtet wird.

Deko-Tipps

Eine reine Sandeimerburg sieht in der Regel nicht ganz so hübsch aus, so dass Verzierungen und Dekorationen angebracht sind. Die Zwischenräume zwischen den Sandeimerbausteinen lassen sich ganz einfach mit Sand verfüllen, was sogar die Stabilität noch deutlich erhöhen kann und vor allem viel schöner aussieht. Als Dekoration eignen sich natürlich Muscheln, kleinere Hölzer, schöne Steinchen und an Land gespülte Wasserpflanzen am besten.

Allerdings sollte man es auch nicht übertreiben. Wer riesige Treibhölzer und große Plastikfolien verbaut und gigantische Steinhaufen aufschüttet, darf sich nicht wundern, wenn er Ärger mit den Behörden bekommt. Schöner wird die Sandburg dadurch ohnehin nicht. Im Gegensatz dazu kann ein Wassergraben, der die komplette Sandburg umgibt, sehr ansprechend aussehen. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass dieser das Fundament unterspülen könnte und das ganze Sandbauwerk so an Stabilität verliert.

Der Spaß-Faktor

Der beste Tipp ganz zum Schluss: Beim Sandburgenbauen immer schön locker und entspannt bleiben, denn schließlich soll es ja allen Beteiligten Freude bereiten. Besonders kleinere Kindern lieben die Tropfburg, die in der Regel weder durch ihre Schönheit auffällt noch atemberaubend groß ist, dafür aber jede Menge Spaß macht. Dazu wird einfach ein bisschen Matsch durch die Finger laufen gelassen und dabei versucht, auf diese Art und Weise mehr oder weniger hohe Türme aufzutröpfeln. Wie das Ganze anschließend aussieht, ist eigentlich vollkommen egal: Hauptsache, es hat Spaß gemacht.