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Goslar: Wo die Hexen feiern: Die wildesten Walpurgisfeste im Harz

Goslar : Wo die Hexen feiern: Die wildesten Walpurgisfeste im Harz

Wenn in der Nacht zum 1. Mai Demonstranten durch Berlin und Hamburg ziehen, geht es zeitgleich im Harz auf ganz andere Weise rund: Zu Walpurgis treffen sich am 30. April im Harz Teufel und Hexen, um gemeinsam eine alte Tradition zu feiern und dem Winter endgültig auf Wiedersehen zu sagen. Der Sage nach machen sich Hexen in dieser Nacht auf ihren Besen auf den Weg zum Brocken, dem höchsten Berg des Harzes, um sich dort mit dem Teufel zu verbünden.

Ursprünglich gehen die Feiern auf ein heidnisches Frühlingsfest zurück, heute ist es das Fest der Hakennasen und Dreizackschwinger. Rund 100.000 Besucher werden laut einer Tourismussprecherin zu den Festen im Harz erwartet. Die sieben größten Walpurgisfeiern gibt es hier:

- Braunlage: An Walpurgis gibt es in Braunlage eine Hexe zu sehen, die scheinbar über den Kurparkteich fliegt. Eine Stunde vor Mitternacht beginnt auf dem Wasser und der Seebühne das an Goethes „Faust” angelehnte „Große Walpurgisspiel”. Eine kürzere Version davon kriegen Kinder bereits am frühen Abend präsentiert.

- Thale: Die Kleinstadt Thale ist eine Hochburg der Walpurgisfeste. Mehrere Partybands sollen die Besucher auf dem Hexentanzplatz ebenso in ihren Bann ziehen wie die Lasershow „Mephistos Pakt”.

- Schierke: Bereits am Vormittag beginnt das Walpurgisfest im 700-Seelen-Dorf Schierke am Südrand des Brockens mit einem großen Mittelaltermarkt. Nach dem traditionellen Hexenumzug legen Mittelalter-Rockbands auf, zum Abschluss gibt es ein Feuerwerk.

- Hahnenklee: Auch in Hahnenklee 40 Kilometer weiter westlich beginnt das Fest schon mitten am Tag mit einem Walpurgismarkt. In der Nacht wird erst ein Hexenfeuer, kurz darauf ein Feuerwerk entzündet.

- Bad Grund: Wie in Braunlage soll diesmal auch in Bad Grund eine scheinbar fliegende Hexe vorbeischauen. Vor der Naturkulisse des Hübichensteins stimmt am späten Abend das Theaterstück „Der Wilddieb vom Violenberg” auf die Walpurgisnacht ein.

- Wolfshagen: Schon an Ostern wurden in Wolfshagen die ersten Vorgärten geschmückt, um die Hexen zu begrüßen. In der Walpurgisnacht wird es hier dank der Wolfshäger Hexenbrut besonders wild: Auf Motorrädern kommen die aufwendig verkleideten Hakennasen angerollt und zeigen ihre Show.

- Sankt Andreasberg: Kinder können in dem Kurort im Südwesten des Brockens zeigen, welche kleine Hexe oder kleiner Teufel in ihnen steckt. Als Nachweis gibt es dafür das Hexen- und Teufelsdiplom. Später wird auf der Walpurgisparty die schönste Hexe des Abends zum „Hex-Topmodel” gewählt.

(dpa)