Berlin: Urlaub mit Kocher und Grill: Das Essen beim Campen

Berlin: Urlaub mit Kocher und Grill: Das Essen beim Campen

Kochen und Essen unter freiem Himmel: Das ist für die meisten Camper die schönste Urlaubserinnerung. Schon mit wenigen Utensilien steht dem Zubereiten leckerer Mahlzeiten nichts mehr im Wege.

Frische Luft und Bewegung machen bekanntlich hungrig. Und von beidem haben Camping-Urlauber oft mehr als genug. „Für die meisten Camper ist es das Schönste, draußen zu essen”, sagt Daniela Leipelt vom Bundesverband Campingwirtschaft in Berlin. Gerade das Frühstück wird ausgiebig zelebriert, beispielsweise mit frischem Rührei auf dem Kocher.

Besonders in der Gruppe mache das gemeinsame Brutzeln in der Natur Spaß, ergänzt die Kochbuchautorin Katharina Bodenstein. „Beim Kochen und Grillen am offenen Feuer entdecken Männer oft ihre Ur-Instinkte”, hat sie bei ihrem Mann und ihren zwei Söhnen beobachtet.

Auf dem Zeltplatz gibt es verschieden Möglichkeiten, sich ein leckeres warmes Essen zuzubereiten. Während Caravan- und Wohnmobilurlauber schon die eigene Küche mitbringen, gibt es für Zelturlauber auf den meisten Campingplätzen Feuerstellen zum Grillen und Gemeinschaftsküchen, erklärt Leipelt.

Zelturlauber brauchen auf jeden Fall einen mobilen Kocher, der mit Gas, Spiritus, Benzin oder Brennstofftabletten in entsprechenden Kartuschen betrieben wird. Klappkisten eignen sich zum Verstauen der Nahrungsmittel.

Wer mit den Camping-Utensilien noch so seine Probleme hat, kann auf die gute Nachbarschaft der Camper bauen. „Einsteigern wird auf dem Zeltplatz gern geholfen”, erzählt Leipelt. Im Zelt selbst sollte wegen der Brandgefahr allerdings nicht gekocht werden, rät die Autorin Swantje Küttner in ihrem Reise-Kochbuch.

Als Minimalausstattung zum Kochen benötigen Camper einen Topf oder ein Topfset, ein Trinkgefäß sowie Besteck in Form eines scharfen Taschenmessers und eines Löffels. Mit Taschenmesser und Teelöffel kann zwar alles verspeist werden, aber ein großer Löffel und eine Gabel sind trotzdem praktisch.

Die Utensilien sollten möglichst aus leichten Materialien wie Aluminium, Emaille oder Kunststoff bestehen. Da eine Pfanne meist unpraktisch zu verpacken ist, kann auch der Deckel eines Topfsets dafür herhalten, empfiehlt Küttner.

„Ich persönlich nehme noch gern eine Reibe für Käse mit”, ergänzt Bodenstein. „Für den Luxusfaktor” packt sie noch Tischdecken aus Seide und eine kleine Espressokanne ein.

Als Grundzutaten für das Kochen gehören Öl, Essig, Zwiebeln, Knoblauch, Butter, Brühpulver sowie Salz, Pfeffer und Zucker ins Urlaubsgepäck, rät Küttner. Wer ein wichtiges Camping- oder Kochutensil vergessen hat, kann diese meist auch auf dem Campingplatz kaufen.

Anstatt sich von in Tüten geschweißter Trekkingnahrung oder Konservendosen-Kost zu ernähren, empfiehlt Bodenstein, auf Märkten oder in Läden vor Ort frische Zutaten aus der Region zu besorgen. „Es ist wirklich spannend, den Geschmack fremder Gewürze, Kräuter und Gemüsesorten zu probieren”, sagt sie.

In Italien oder anderen südeuropäischen Ländern finden Camper Rosmarin oder Lorbeerhecken auch schon direkt auf dem Zeltplatz. Thymian und andere Kräuter lassen sich beim Spazierengehen entdecken. Auch selbst gesammelte, essbare Blüten sind nicht nur eine optische Bereicherung, sondern schmecken auch toll, erklärt Bodenstein.

Ob selbst gesammeltes Gemüse, Pilze, Beeren, Kräuter oder Blüten: „Immer nur ernten, was man kennt”, rät die studierte Biologin. Sie empfiehlt, am Urlaubsort an einer Kräuterwanderung teilzunehmen und bei unbekannten Pilzen oder Beeren die Einheimischen zu fragen. „Man sollte auch darauf achten, wo man sammelt”, sagt sie. Tabu sind Stellen, wo Hunde hinmachen, wo gespritzt wird oder am Straßenrand.

„Zum Campen gehört einfach das Grillen dazu”, ergänzt Leipelt. Grillen dürfen Camper hierzulande allerdings nur an Feuerstellen mit Löschmöglichkeiten. „Offenes Feuer ist auf allen Campingplätzen in Deutschland verboten, auch weil diese sich oft in der Nähe von Naturschutzgebieten befinden”, erklärt sie.

Für Lagerfeuerstimmung können aber bei den meisten Zeltplatzwarten Feuerschalen ausgeliehen werden. Auch in Ländern mit hoher Waldbrandgefahr - beispielsweise an der Adria - ist offenes Feuer meist nicht erlaubt, ergänzt Bodenstein. Dann lohnt es, einen Elektrogrill mitzunehmen.

Um Abwechslung auf den Grill zu bringen, können zum Beispiel Würstchen in Scheiben geschnitten und abwechselnd mit verschiedenem Gemüse auf Spieße gesteckt werden. Auch Maiskolben im eigenen Laub oder Speisefisch auf einem Kräuterbett lohnt es einmal auf dem Grill zu probieren, rät Bodenstein. Wie auch sonst beim Kochen sind der Fantasie in der Camping-Küche keine Grenzen gesetzt.

Mehr von Aachener Zeitung