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List/Baltrum: Urlaub im Strandkorb: Die Nordseeinseln von Sylt bis Borkum

List/Baltrum : Urlaub im Strandkorb: Die Nordseeinseln von Sylt bis Borkum

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das gilt erst recht für den Urlaub auf einer Nordseeinsel. Denn davon gibt es einige, hoch im Norden von Schleswig-Holstein und vor der niedersächsischen Küste.

Sylt: Ganz oben in Nordfriesland liegt Sylt. Es ist mit fast 100 Quadratkilometern die größte Nordseeinsel. Kite-Surfer sind hier genauso richtig wie Strandspaziergänger, Feinschmecker, Hobby-Ornithologen oder Party-Hipster. Sylts Hauptort ist Westerland, Endstation für die Anreise per Bahn - die Insel ist mit dem Festland durch einen Damm verbunden. Wer es ruhiger mag, wählt auf der Wattseite zum Beispiel Munkmarsch, Morsum oder Archsum. Wegen seiner alten reetgedeckten Kapitänshäuser besonders schön ist Keitum. Weniger trubelig als Westerland ist auch Wenningstedt. Der Strandspaziergang von dort bis zu Sylts höchster Erhebung, der Uwe-Düne, ist ein Klassiker. Kampen liegt gleich um die Ecke, Sylts schickster Inselort. Aber Sylt ist kein Reservat für Touristen mit dickem Geldbeutel. „Von 5-Sterne Luxus in den Dünen bis zum einfachen Zimmer in zentraler Lage ist alles dabei”, versichert Sylt Marketing (www.sylt.de).

Transportieren auf Juist fast alles: Pferdefuhrwerke spielen auf der Insel eine große Rolle.
Transportieren auf Juist fast alles: Pferdefuhrwerke spielen auf der Insel eine große Rolle.

Amrum: Amrum ist Sylts südliche kleine Schwester. Die Promi-Dichte ist hier kleiner, die Boutiquen sind nicht so schick wie in Kampen. Aber Inselorte wie Norddorf oder Nebel brauchen sich nicht verstecken. Und der Kniep genannte Strand ist besonders breit, weil eine Sandbank mit der Westküste zusammengewachsen ist. Er nimmt rund ein Drittel der Inselfläche ein. Amrum Touristik zufolge ist der FKK-Strand der Insel größer als der auf Sylt. Und auf keiner anderen Nordseeinsel gibt es so viel Wald. Hauptort ist Wittdün, hier legen die Fähren an. Viele schöne alte Häuser gibt es in Nebel (www.amrum.de).

Föhr: Föhr liegt östlich von Amrum, näher an der Küste und ist die zweitgrößte nordfriesische Insel. Der Fährhafen ist in Wyk im Inselosten, wo viele Urlauber gleich bleiben. Föhr hat aber noch etliche Inseldörfer. Für Strandurlauber sind nach Angaben von Föhr Tourismus neben Wyk vor allem Goting, Hedehusum, Utersum und Nieblum geeignet. Alkersum bietet sich besonders für Reiterurlaub an. Im Sommer ist Föhr vor allem bei Familien beliebt, 80 Prozent der Gäste wählen Ferienhäuser oder -wohnungen. Eine Besonderheit ist das breite Angebot für Urlaub auf dem Bauernhof. Und laut Föhr Tourismus ebenfalls besonders: die Wattwanderungen zur Nachbarinsel Amrum (www.foehr.de).

Pellworm: Pellworm ist eine Marschinsel südlich von Amrum und Föhr. Sie hat keinen Sandstrand. Verglichen mit den Nachbarinseln ist Pellworm überschaubar und ruhig - und auch erst seit 1998 Nordseeheilbad. Es gibt eine Post, eine Bank, eine Tankstelle, mehrere Badestellen und Möglichkeiten zu Wattwanderungen, etwa zur kleinen Hallig Süderoog (www.pellworm.de).

Wangerooge: Wangerooge ist die östlichste der ostfriesischen Inseln, gehört zu den kleinsten und neben Juist, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog zu den autofreien. Der Inselosten ist unbewohnt, die Fähre legt im Inselwesten an. Von da geht es mit der Inselbahn weiter ins Inseldorf rund um den Alten Leuchtturm. Wangerooge ist überschaubar und besonders bei Familien beliebt. Die Insel lässt sich gut mit dem Fahrrad erkunden - oder bei ausgiebigen Spaziergängen (www.wangerooge.de).

Spiekeroog: Anders als Wangerooge, dessen altes Inseldorf bei einer Sturmflut unterging, hat Spiekeroog noch sehenswerte Häuser aus dem 18. Jahrhundert. Das gibt dem Dorf im Inselwesten viel von seinem Charme. Die Inselkirche, die älteste der ostfriesischen Inseln, wurde 1696 erbaut. Die Wege sind kurz, vom Inseldorf zum Badestrand im Nordwesten nimmt man allenfalls den Bollerwagen zu Hilfe. Nach Angaben der Kurverwaltung hat Spiekeroog die einzige Eisenbahn Deutschlands, die von einem Pferd gezogen wird, einen der schönsten Naturzeltplätze Europas und einen eigenen Inselzirkus (www.spiekeroog.de).

Langeoog: Die „lange Insel” hat wie seine direkten Nachbarn nur ein Inseldorf. Dazu gehören einige sehenswerte reetgedeckte Häuser. In einem davon lebte Lale Anderson, die Sängerin, die mit dem Lied „Lili Marleen” berühmt wurde. Sie starb 1972 in Wien, wünschte sich aber, auf ihrer Lieblingsinsel beigesetzt zu werden. Die Insel hat eine besonders hoch gelegene, gut anderthalb Kilometer lange Promenade entlang der Nordsee. Der Bade- und Surfstrand liegt im Nordwesten. Ornithologen zieht es in den Inselosten: Dort lassen sich Seevögel besonders gut beobachten (www.langeoog.de).

Baltrum: Die Überfahrt auf die kleine Insel, die gerade bei Familien beliebt ist, dauert nur rund eine halbe Stunde. Kinder brauchen auf den Straßen keine Angst vor Autos oder E-Wagen zu haben. Auch Fahrradmassen sind nach Angaben der Kurverwaltung nicht zu erwarten. Der Strand ist vom Inseldorf nur wenige Minuten entfernt und das Meer praktisch überall zu hören. Baltrum ist überschaubar und lässt sich zu Fuß in rund vier Stunden umrunden. Es gibt nur ein Inseldorf - und zwei Dünen, von denen aus ganz Baltrum zu überblicken ist (www.baltrum.de).

Norderney: Norderney ist die zweitgrößte ostfriesische Insel. Hier spielte der Tourismus schon eine Rolle, als man anderswo darüber noch die Nase rümpfte: Norderney war ab 1797 das erste deutsche Nordseebad. Das Hannoversche Königshaus hatte auf der Insel seine Sommerresidenz. Einige der schicken Gebäude aus dieser Zeit sind noch zu sehen. Auf Norderney fahren Autos. Der Trubel konzentriert sich auf den Inselwesten. Wer es ruhiger haben will, kann Norderney in die entgegengesetzte Richtung erkunden. Die Insel hat nach Angaben der Staatsbad Norderney GmbH mit dem Badehaus ein großes Thalassozentrum - und ein Kurorchester mit 40 Musikern (www.norderney.de).

Juist: Juist ist schmal, mit 17 Kilometern besonders lang - und bietet damit auch viel Strand. Familien sind die größte Gästegruppe im Sommer. Rund drei Viertel der Urlauber übernachten nach Angaben der Kurverwaltung in Ferienwohnungen. Eine Besonderheit: Egal ob Lebensmittel, Möbel oder Baustoffe - den Transport übernehmen Pferdefuhrwerke. Das gilt sogar für die Müllabfuhr. Motorisiert sind nur die Feuerwehr, das Rote Kreuz und die beiden Ärzte, die Post hat ein Elektrofahrzeug. Umweltschutz wird auf Juist groß geschrieben, im vergangenen Jahr bekam die Insel den Deutschen Nachhaltigkeitspreis (www.juist.de).

Borkum: Borkum ist die größte und westlichste der ostfriesischen Inseln. Sie liegt viel weiter draußen in der Nordsee als alle übrigen. Die Fähre ab Emden braucht gut zwei Stunden für die 20 Kilometer lange Überfahrt. Borkum hat auch den längsten Strand: Er kommt auf 26 Kilometer. Im Nordwesten haben ihn Urlauber direkt vor der Haustür. Eine Touristenattraktion ist das Feuerschiff „Borkumriff”. Es ist nicht mehr im Dienst, liegt nun im Hafen vor Anker und dient als Informationszentrum für Touristen .

(dpa)