Umweltverträglich Reisen

Urlaub klimaneutral planen : Umweltverträglich Reisen

Der nächste Urlaub kommt bestimmt und viele Menschen zieht es zur Erholung in die Ferne - was allerdings mit erheblichen Auswirkungen auf Klima und Umwelt einhergeht. Mit diesen Tipps bleiben die Auswirkungen so gering wie möglich.

In Zeiten von Buschbränden, schmelzendem Polareis und stetig ansteigendem Meeresspiegel lassen sich Klimaveränderungen nicht mehr leugnen - ebenso wenig wie der Einfluss der Menschen auf ebendiese. Wer seinen nächsten Urlaub in einer fernen Region verbringen möchte, sollte berücksichtigen, dass Flugreisen zu den größten Verursachern von CO2-Emissionen gehören. Während des Hin- und Rückflugs auf einer Fernstrecke wird oft genauso viel CO2 ausgestoßen wie bei der Nutzung eines Mittelklassewagens über die Dauer eines Jahres. Das Problem bei Flügen ist jedoch nicht nur der CO2-Ausstoß, sondern auch die giftigen Substanzen, die beim Verbrennen von Kerosin entstehen. Stoffe wie Stickoxide und Aerosole bauen sich in großer Höhe wesentlich langsamer ab. Das sorgt dafür, dass der Treibhauseffekt entsprechend verstärkt wird.

Klimaschonendes Reisen ist daher zu einem wichtigen Thema geworden. "Flugscham" ist das aktuelle Trendwort - gemeint ist damit das schlechte Gewissen, das sich nach der Buchung eines Fluges einstellt. Doch das Klima muss kein Grund sein, ganz auf den Urlaub zu verzichten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die negativen Effekte auf ein Minimum zu beschränken. Nötig sind dazu vor allem etwas Planung und Recherche sowie die Bereitschaft, einige Kompromisse einzugehen.

Wichtig ist die Gesamtbilanz

Man kann die eigene Klimabilanz verbessern, indem man für einen klimaschonenden Ausgleich sorgt. Wer beispielsweise statt mit dem Auto öfter mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, spart dadurch schon einiges an CO2 ein. Eine Alternative ist es, Projekte zu unterstützen, die für eine aktive CO2-Kompensation sorgen. Anbieter wie atmosfair oder myclimate verwenden die Spenden, um weltweit Klimaprojekte zu finanzieren, die sich dafür einsetzen, dass Emissionen vermieden oder gebunden werden. Häufig ist es möglich, direkt bei der Buchung des Fluges einen zusätzlichen Betrag zu bezahlen. Für den Ausgleich einer Tonne CO2 zahlt man aktuell je nach Flug und Anbieter zwischen 15 und 25 Euro

In Nachbarländer reisen

Deutschland hat aufgrund seiner Lage in Mitteleuropa einen entscheidenden Vorteil: Zahlreiche wunderschöne Reiseziele befinden sich in direkter Nachbarschaft und sind bequem per Bus oder Bahn erreichbar. Aufgrund des enormen Kerosinverbrauchs beim Start und bei der Landung sollten Kurzstreckenflüge generell vermieden werden. Ein Campingurlaub in Italien, ein Aufenthalt an der Nordsee in Dänemark im Ferienhäuschen oder ein Hausboot in Amsterdam bieten das gleiche Maß an Erholung wie eine Woche auf den Kanaren. Gerade bei Distanzen von bis zu 1.000 Kilometern ist es ohne weiteres möglich, mit dem Zug zu reisen statt zu fliegen. Rechnet man die Anfahrt zum Flughafen und die Wartezeiten dort mit ein, ist die Dauer einer Bahnreise oftmals nur unwesentlich länger. Auch Fernbusse sind innerhalb Europas ein sehr geeignetes Verkehrsmittel, um günstig und umweltschonend ans Ziel zu kommen.

Am Reiseziel bewusst unterwegs sein

Viele kleine Maßnahmen können in der Summe eine große Wirkung haben - das gilt gerade beim Thema Umwelt- und Klimaschutz. Wer auch am Urlaubsort Plastikprodukte so weit wie möglich vermeidet sowie sparsam mit Strom und Wasser umgeht, leistet bereits einen wichtigen Beitrag. Das ist auch dann der Fall, wenn man sich am Reiseziel vorwiegend zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt. In diesem Zusammenhang ist es hilfreich, bereits entsprechend zu packen: Eine mitgebrachte Wasserflasche, ein Strohhalm aus Edelstahl, ein Jutebeutel und eventuell einige Essensbehälter helfen dabei, den Aufenthalt im Reiseland nachhaltiger zu gestalten.

Reiseanbieter gezielt auswählen

Bei den Anbietern von Flugreisen gibt es große Unterschiede. Deshalb ist es sinnvoll, sich vor der Reisebuchung eingehend zu informieren, denn einige Airlines und Reiseveranstalter sind ihren Wettbewerbern in Sachen Nachhaltigkeit bereits weit voraus. Eine Studie von atmosfair zeigt, welche Anbieter bereits aktiv etwas für den Klimaschutz tun und welche Airlines in dieser Hinsicht noch Nachholbedarf haben.

(vo)