München: Über Nacht im Zelt - Für Camping in den Alpen gibt es genaue Regeln

München: Über Nacht im Zelt - Für Camping in den Alpen gibt es genaue Regeln

Zu Fuß durch die Alpen - das geht nur in einer Mehrtagestour. Bei der Planung stellt sich dann die Frage, wo übernachtet werden soll. Eine Möglichkeit ist das Campieren in der Natur. Vor dem Start der Tour sollte man sich dann aber nicht nur Gedanken über die Ausrüstung machen, sondern auch in Erfahrung bringen, ob und wo in den Alpen das Zelten außerhalb offizieller Campingplätze erlaubt ist.

Allgemeingültige Regelungen gibt es nicht, sie unterscheiden sich in Teilen von Region zu Region. „Das Campieren in Schutzgebieten ist allerdings in der Regel überall verboten”, sagt Karl Schrag vom Deutschen Alpenverein. Über die wenigen Ausnahmen gebe es Informationen bei den Verwaltungen der Schutzgebiete.

Eine Übersicht bietet das Netzwerk Alpiner Schutzgebiete alparc.org. Außerhalb von Schutzgebieten ist das Zelten oberhalb der Baumgrenze möglich. Allerdings gelten Einschränkungen: „In Deutschland und Italien muss vorher die Erlaubnis des Almbauern eingeholt werden”, erläutert Schrag.

Informationen dazu gibt es bei der jeweiligen Gemeinde. In Österreich und einigen Kantonen der Schweiz ist es einfacher, dort dürfen Wanderer ihr Zelt für mehrere Nächte aufschlagen. In Waldgebieten muss in den Alpen grundsätzlich der Grundeigentümer gefragt werden.

Wer in der Natur zeltet, sollte sich rücksichtsvoll verhalten und beispielsweise besonders empfindliche und für Tiere wichtige Lebensräume meiden. Dazu gehören Übergänge zwischen Wald und Wiesen, lockere Baumbestände und Bereiche mit vielen Wildspuren.

Besonders in der Dämmerung sind die Wildtiere aktiv und dürfen dann nicht beispielsweise durch Lärm gestört werden. Den ursprünglichen Zustand des Platzes wiederherzustellen und seinen gesamten Müll mitzunehmen, ist selbstverständlich.

Auf offene Feuer sollte man möglichst verzichten, in Waldnähe und in Schutzgebieten sind sie grundsätzlich verboten. Besser sei es, einen Campingkocher im Gepäck zu haben, rät der Experte: „Im Angebot sind Gas- und Benzinkocher, wobei letztere problematischer und mit Vorsicht zu handhaben sind, aber eine stärkere Heizleistung bringen.”

Um Gewicht zu sparen, sollten in den Kochtopf gefriergetrocknete Nahrungsmittel kommen. Die 100- bis 200 Gramm-Beutel gibt es in speziellen Outdoorgeschäften. Für die Zubereitung benötigt man Wasser. Schrag warnt allerdings davor, sich in den Bergen an kleinen Wasserläufen oder sonstigen Quellen zu bedienen: „Das Wasser wirkt zwar klar und sauber, kann aber mit Bakterien kontaminiert sein.” Denn in den Bergen gibt es fast überall Almbetrieb. Er rät daher zu speziellen Entkeimungstabletten.

Für den Energieschub zwischendurch sorgen Dörrobst, Nüsse und Energieriegel. Obst dagegen sei zu schwer. Denn mit sieben bis acht Kilogramm zusätzlichem Gewicht müsse gerechnet werden, will man unterwegs campen, weiß der Experte. Ein Zelt wiegt rund drei Kilo, der Schlafsack bis zu einem Kilo, die Kochausrüstung kommt mit einem weiteren Kilogramm hinzu.

Weniger macht die isolierende Matte aus, auf die man keinesfalls verzichten darf und die ungefähr drei Zentimeter dick sein sollte. Die verbliebenen Kilos liefern die kleinen Notwendigkeiten, ohne die man nicht starten sollte wie Taschenmesser, Taschenlampe und Zelt-Reparaturset.

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