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Wien: „Tricksereien bei Mietwagen“: Worauf Urlauber achten sollten

Wien : „Tricksereien bei Mietwagen“: Worauf Urlauber achten sollten

Unter den Mietwagenanbietern in Ferienländern sorgen schwarze Schafe der Branche immer wieder für Frust und Ärger bei Urlaubern. Mal werden Schäden reklamiert und in Rechnung gestellt, die bereits vorhanden waren. Mal gibt es Ärger mit der Tankregelung oder mit restriktiven Konditionen bei der Nutzung des Fahrzeugs.

„Vor allem bei der Übernahme und Rückgabe des Mietwagens ist Vorsicht angebracht“, warnt Dagmar Riedl vom österreichischen Autoclub ÖAMTC in Wien. Auf seiner Website hat der Autoclub hilfreiche Tipps zusammengestellt (http://www.oeamtc.at/portal/achtung-mietauto-fallen+2500+1119492).

„Oft besteht nur ein Mindestversicherungsschutz, der bei einem größeren Schadensfall vollkommen ungenügend ist", macht Thomas Achelis vom Autoclub Kraftfahrer-Schutz KS in München aufmerksam. Dann haftet der Unfallverursacher aus eigener Tasche für den Rest. Und das kann teuer werden.

Daher rät Achelis, bei Vertragsabschluss im Reisebüro oder im Internet, spätestens aber bei der Übernahme des Mietfahrzeugs die Deckungssummen genau zu prüfen. Außerdem empfiehlt er, die Kfz-Versicherung für das eigene Auto zu Hause anzusehen: "Etliche Verträge schließen das Führen fremder, gemieteter Pkw im Ausland mit ein, was auch als Mallorca-Police bezeichnet wird.“

Falls der Versicherungsschutz des ausländischen Wagens nicht dem deutschen Standard entspricht und keine Mallorca-Police in der eigenen Kfz-Versicherung enthalten ist, rät der KS-Sprecher, mit der eigenen Versicherungsgesellschaft Kontakt aufzunehmen. „Dieses Auslandsrisiko kann man in der Regel noch vor Beginn der Reise mit versichern“, weiß Achelis.

Übrigens gelten Mallorca-Policen nicht nur auf der Balearen-Insel, sondern meist in den geographischen Grenzen Europas. Die Gültigkeitsdauer ist in der Regel auf einen Monat beschränkt, in dem sich die versicherten Personen im Ausland aufhalten.

Bei der Fahrzeugübernahme empfiehlt Dagmar Riedl einen aufmerksamen Rundgang um das Auto. „Dabei sollte man unbedingt auf abgefahrene Reifen, Licht-, Blech- und Lackschäden achten“, legt sie ans Herz. Selbst geringfügige Mängel und Kratzer sollte man sich vom Vermieter schriftlich bestätigen lassen.

Üblicherweise wird ein Mietauto vollgetankt zur Verfügung gestellt. „Eine Abklärung der Tankregelung im Vorhinein ist dennoch sinnvoll. Wenn im Mietvertrag Übergabe und Rückgabe mit vollem Tank vereinbart sind, sollte man eine abweichende Tankanzeige sofort reklamieren“, betont Riedl.

Vorsicht sei zudem geboten, wenn der Vermieter als Sonderservice anbiete, das Fahrzeug selbst aufzutanken. Die Kosten dafür seien meist höher, als wenn man selbst zur Tankstelle fahre. Außerdem kann so die verrechnete Menge nicht kontrolliert werden. Der Mietvertrag sollte unbedingt schriftlich und in einer verständlichen Sprache abgefasst sein.

Bei Unklarheiten heißt es, sofort nachfragen und „alle vom Vermieter gemachten Zusagen sollten unbedingt schriftlich festgehalten werden“, ruft die ÖAMTC-Expertin zur Vorsicht auf. Bereits im Vorfeld sollte man sich erkundigen, welche Dokumente (Führerschein, Reisepass) notwendig sind. Ohne Kreditkarte ist das Mieten eines Autos oftmals nicht möglich.

Zudem verlangen manche Autovermieter ein Mindestalter zwischen 21 und 25 Jahren. Einige legen ein Höchstalter fest. Bei Nichterfüllung fallen zusätzliche Gebühren an oder man bekommt kein Auto. Vorausgesetzt wird zudem oft, dass man den Führerschein schon mindestens ein Jahr besitzt.

Unbedingt vorab geklärt werden sollte, wer das Fahrzeug überhaupt lenken darf. „Wenn nur eine Person im Mietvertrag aufgeführt ist, besteht auch nur für einen Fahrer Versicherungsschutz“, erläutert Riedl eine weitere Gepflogenheit der Branche.

Von Land zu Land unterschiedlich ist geregelt, was in einem Fahrzeug mit an Bord sein muss. Mal besteht Warnwestenpflicht, mal - wie beispielsweise in Kroatien - wird ein Ersatzlampenset verlangt. Diese gesetzlichen Regeln im Urlaubsland gelten auch für Mietautos.

Leider statten erfahrungsgemäß nicht alle Vermieter ihre Fahrzeuge mit den notwendigen Utensilien aus. In diesem Fall muss selbst für die entsprechende Ausstattung gesorgt werden. Über die jeweiligen Mitführbestimmungen kann man sich auf den Web-Seiten von Automobilclubs informieren.

(amv)