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Hamburg: Schlechter Start in den Urlaub: Wenn das Gepäck nicht ankommt

Hamburg : Schlechter Start in den Urlaub: Wenn das Gepäck nicht ankommt

Es ist eine der Situationen, die sich niemand wünscht. Nach dem Flug steht man als letzter am Gepäckband und realisiert: Ich bin da, aber mein Koffer nicht. Was nach dem Rückflug nur ärgerlich ist, bedeutet bei der Ankunft am Urlaubsort ein großes Ärgernis. Denn im Gepäck ist alles, was man für die Urlaubstage braucht.

Wem es schon einmal passiert ist, der hat bei den folgenden Reisen oft eine Notausstattung im Handgepäck.

Ist das Gepäck nicht angekommen, sollte man sofort aktiv werden. „Erster Anlaufpunkt am Flughafen ist der Lost and Found-Schalter oder das Personal der jeweiligen Fluggesellschaft”, sagt Julia Rehberg, Reiserechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg.

Pauschalreisende können den Verlust auch beim zuständigen Reiseleiter anzeigen. Rehberg rät allerdings dazu, dieses sicherheitshalber auch bei der Airline zu tun. In jedem Fall sollte die Verlustanzeige schriftlich erfolgen und von der anderen Seite bestätigt werden. In der Regel gibt es dafür bei den Fluggesellschaften oder dem Lost and Found-Schalter spezielle Formulare. Beim Reiseveranstalter nutzt man dazu die Mängelanzeige.

In den meisten Fällen taucht das Gepäck relativ schnell wieder auf, zum Beispiel, wenn es fehlgeleitet wurde oder am Abflughafen stehen geblieben ist. Doch es kann vorkommen, dass es nicht wiedergefunden wird. Unabhängig von der Wartezeit auf ihr Gepäck haben Reisende das Recht, sich die nötige Ersatzkleidung und andere wichtige Utensilien zu kaufen. Wieder zurück, kann man diese Ausgaben bei der Fluggesellschaft oder beim Reiseveranstalter geltend machen. „Dafür ist es wichtig, sich Quittungen geben zu lassen und diese gut aufzubewahren”, mahnt Rehberg.

Allerdings müssen die Kosten für die Ersatzkäufe angemessen sein. Wer Luxusartikel oder besonders teure Kleidung kauft, muss damit rechnen, dass diese Ausgaben nur zu einem geringen Teil erstattet werden. „Der Fluggast hat eine Schadenminderungspflicht, das heißt, er muss die Kosten so gering wie möglich halten”, erklärt die Rechtsexpertin. Oft werde nur eine Erstattung der Kosten in Höhe von 50 Prozent angeboten, da man das Gekaufte weiter nutzen könne.

Darauf sollte man sich nicht einlassen, meint die Verbraucherschützerin: „Schließlich musste man Sachen kaufen, die man überhaupt nicht wollte.” Zudem ist nicht alles, was man in anderen Regionen der Welt bekommt, auch zu Hause tragbar. Ist das Gepäck letztendlich unauffindbar, haftet die Fluggesellschaft - beziehungsweise bei Pauschalreisen der Veranstalter - bis zu einer Höhe von rund 1170 Euro. Gleiches gilt auch für Beschädigungen. „Wer wertvolle Gegenstände im Gepäck hat, sollte deshalb die Fluggesellschaft spätestens beim Check-in darüber informieren”, empfiehlt Rehberg.

Wird ein Schaden erst nach Ankunft im Hotel oder zu Hause festgestellt, muss dieser spätestens 7 Tage nach Auslieferung des Gepäcks schriftlich gemeldet werden. Ist der Koffer außerdem noch zu spät angekommen, verlängert sich die Frist auf 21 Tage. Allerdings sollte man in beiden Fällen Zeugen parat haben. Für Individualreisende sind hier die Entschädigungsansprüche ausgeschöpft. Bei Pauschalreisen sieht das etwas anders aus.

Bei diesen kann unter Umständen eine Reisepreisminderung geltend gemacht werden. Es komme allerdings immer auf den Einzelfall an, betont Rehberg: „Einem Ehepaar, das während einer Kreuzfahrt fünf Tage ohne Gepäck auskommen musste, wurde gerichtlich eine Minderung von 30 Prozent pro Tag ohne Gepäck zugestanden.” Wer dagegen Urlaub in einer Ferienwohnung macht, wo man doch recht leger angezogen ist, wird sich mit weniger zufrieden geben müssen.