Wien: Pisten-Unfallflucht: Zeugen dürfen Flüchtenden festhalten

Wien: Pisten-Unfallflucht: Zeugen dürfen Flüchtenden festhalten

Ein Unfall auf der Skipiste, und der Verursacher macht sich aus dem Staub - so selten ist das nicht. Allein auf österreichischen Pisten passiert das in jeder Saison rund 800 Skifahrern, schätzt das Kuratorium für Verkehrssicherheit in Wien.

Weiterzufahren ist aber kein Kavaliersdelikt, sondern in Österreich eine Straftat. Wenn jemand einen Unfall verursacht und sich nicht um das Opfer kümmert, gelte das als „Imstichlassen eines Verletzten”, erläutert Karl Gabl vom Kuratorium für Alpine Sicherheit.

Bis zu zwei Jahre Haft

„Wenn schwere Körperverletzung vorliegt, drohen dafür bis zu zwei Jahre Haft”, so der Präsident des Kuratoriums. Doch auch wer Zeuge wird und nicht hilft, macht sich strafbar: Auf unterlassene Hilfeleistung nach Paragraf 95 stehen in Österreich laut Gabl bis zu sechs Monate Freiheitsstrafe.

Wichtig seien Zivilcourage und Aufmerksamkeit auf der Piste: „Wer Zeuge eines Unfalls wird, ist berechtigt, einen flüchtenden Verursacher mit geeigneten Mitteln festzuhalten, sich den Ausweis zeigen zu lassen und Anzeige zu erstatten.”

Gabl rät, nach solchen Unfällen Unbeteiligte um Hilfe zu bitten und eventuell Liftpersonal einzuschalten: „Unbeteiligte können oft bessere Angaben zur Person des Verursachers machen. Wer stürzt und sich verletzt, ist ja meist erst einmal mit sich selbst beschäftigt.”