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Mondnächte im Casa Batlló

Barcelona im Winter : Mondnächte im Casa Batlló



Sonne, Strand und flanieren auf der weltberühmten Einkaufsstraße La Rambla, so stellt man sich üblicherweise einen Städtetrip nach Barcelona vor. Wer die kosmopolitische Hauptstadt von Katalonien mal von einer anderen Seite erleben möchte, für den hat diese Perle am Mittelmeer auch im Winter einiges zu bieten.

Warum nicht auch mal die Tage zwischen den Jahren in Spanien verbringen und erleben, wie sich die Stadt jetzt so ganz anders präsentiert als im Rest des Jahres?


Weiße Weihnachten sind nicht zu erwarten, das Klima ist mit etwas Glück auch im Dezember mild und sonnig, aber neben der üblichen Festdekoration gibt es auch zahlreiche Weihnachtsmärkte, die Festtagsstimmung aufkommen lassen. Der schönste ist sicherlich die Fira de Santa Llucia, gleich gegenüber dem Haupteingang der berühmten Kathedrale der Heiligen Eulalia.



Etwas ganz besonderes hat eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Barcelonas in den diesjährigen Wintermonaten zu bieten: das Casa Batlló, eines der Hauptbauwerke von Antoni Gaudi, ist vom 2. Dezember bis Mitte Februar auch nachts geöffnet und lädt zu den „Noches de Luna“, den Mondnächten im Casa Batlló ein.

Foto: Casa Battló


Ausgestattet mit Stirnlampe und Audioguide kann man auf eigene Faust und im Dunkeln der Nacht die architektonische Magie dieses Hauses entdecken. Da dies eher ein einzigartiges Erlebnis und eine kreative Show aus Licht und Schatten als ein normaler Museumsbesuch ist, hat man hier die Chance, Gaudis faszinierendes Meisterwerk der Modernisme aus einem ganz neuen Blickwinkel zu betrachten.


Die Veranstalter waren mit viel Liebe zum Detail am Werk und haben nicht nur beeindruckende Lichtkunst vorbereitet, sondern halten auch die eine oder andere artistische Überraschung bereit.



Foto: Casa Batlló

Zeigt sich das Casa Batlló schon bei Tageslicht wie ein Traum aus wilden Formen und Farben, nimmt man die fantastisch gestalteten Räume, Hallen und Treppenaufgänge nachts, im flackernden Schein der Lampe, noch einmal ganz anders wahr. 
Und in der Nacht und im Halbdunkeln ist doch sowieso alles noch ein paar Nuancen spannender, und ein bisschen romantisch geht es natürlich auch zu, falls man zu zweit in die Geheimnisse der Nacht eintaucht.



Für die nächtlichen Besuche öffnet das Casa Batlló zwischen 20.30 und 22.30 seine Tore. Im Eintrittspreis inbegriffen ist ein Glas Sekt, das jedem Besucher exklusiv im edlen Hauptsaal, mit fantastischer Aussicht auf das hell erleuchtete Barcelona, serviert wird.


Für Kinder unter 7 Jahren, für die dieses nächtliche Abenteuer sicherlich besonders aufregend sein dürfte, ist der Eintritt frei.



Antoni Gaudí, bekannt für seinen eigenwilligen Einsatz von welligen, organisch wirkenden Formen und den aufwendigen, farbigen Keramiken, errichtete seine Bauwerke im von ihm geprägten Stil der Modernisme, der katalanischen Spielart des Jugendstils. Typische Merkmale waren geschwungene Linien, unregelmäßiger Grundriss, schräg errichtete Stützelemente und naturnahe weiche Formen mit diversen Motiven aus Flora und Fauna.


Im Casa Batlló, das er zwischen 1904 und 1906 für den Textilindustriellen Josep Batlló i Casanovas umgebaut hat, hat er, zu Ehren des Schutzpatrons von Katalonien, Elemente aus der Legende des Heiligen Georgs (Sant Jordi) verbaut, der angeblich einen Drachen bekämpft und am Ende besiegt hat. So sind die Dachziegel den Schuppen des Drachens nachempfunden und die herrlichen schmiedeeisernen Balkongitter in der ersten Etage des Gebäudes symbolisieren das Maul des Drachens. 


Übrigens findet man aus dem selben Grund überall in Barcelona Bauwerke und Gegenstände, die die Form eines Drachen haben, oder damit verziert sind! 

Das Haus ist seit 2005 Teil des Unesco-Weltkulturerbes und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt.


Da es im Stadtzentrum, direkt am Passeig de Gràcia und ganz in der Nähe des berühmten Placa de Catalunya liegt, ist es von überall gut zu erreichen. Nach den Mondnächten im Casa Batlló kann man auf Barcelonas Prachtboulevard entspannt noch ein Glas spanischen Rotwein genießen, und kommt trotzdem gut und sicher zu Fuß oder mit Bus und Metro ins Hotelzimmer.

Stellt man sich dazu Weihnachtseinkäufe in dem besonderen Flair, das diese Stadt ausstrahlt, unendliche Strandspaziergänge am Mittelmeer, die auch im Winter wunderschön sein können, die köstliche mediterrane Küche und das aufregende Nachtleben vor, wird klar, warum es viele Reisende auch im Winter nach Katalonien zieht.