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Kempten: Mängel bei Griechenlandreisen: Ansprüche an den Veranstalter stellen

Kempten : Mängel bei Griechenlandreisen: Ansprüche an den Veranstalter stellen

Pauschalreisen nach Griechenland lassen sich nur wegen der aktuellen politischen Diskussion nicht kostenlos stornieren. Allerdings können Urlauber durchaus Ansprüche an den Veranstalter haben, wenn es am Reiseprogramm oder den vertraglich vereinbarten Leistungen Abstriche gibt.

Darauf weist der Reiserechtsexperte Prof. Ernst Führich hin. Fallen zum Beispiel wegen eines Streiks bestimmte Reiseleistungen aus, muss der Veranstalter den entsprechenden Anteil des Reisepreises zurückzahlen.

Das gilt zum Beispiel, wenn im Hotel anders als angekündigt keine All-inclusive-Verpflegung zu haben ist, Ausflüge ausfallen oder es Abstriche am Unterhaltungsprogramm gibt, obwohl das ausdrücklich zum Leistungskatalog gehört. Dagegen können Kunden eines Reiseveranstalters nicht einfach komplett vom Reisevertrag zurücktreten, weil sich der politischer Streit um die Finanzkrise und den drohenden Staatsbankrott in Griechenland verschärft, erläutert Prof. Führich.

Paragraf 651j BGB lässt zwar Stornierungen zu, aber nicht für den Fall, das Urlauber nur ein ungutes Gefühl vor Antritt ihrer Reise haben. Dafür müsste absehbar sein, dass zum Beispiel die Sicherheit der Reisenden objektiv erheblich gefährdet ist - etwa weil es in unmittelbarer Nähe des Hotels zu gewaltsamen Ausschreitungen kommt oder die gebuchten touristischen Leistungen, beispielsweise von den Hoteliers, nicht erbracht werden können. Solange diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, müssen Pauschaltouristen damit rechnen, dass Veranstalter ihnen bei Stornierungen Gebühren in Rechnung stellen.

(dpa)