Berlin/Hannover: Kein kostenloses Stornieren für Griechenlandurlauber

Berlin/Hannover: Kein kostenloses Stornieren für Griechenlandurlauber

Vom Kraftstoffmangel in Griechenland sind derzeit auch viele Urlauber betroffen - sie können geplante Reisen deshalb in der Regel aber nicht kostenlos stornieren.

Bislang gebe es keine derartigen Angebote von Veranstaltern, sagte Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV) in Berlin dem dpa-Themendienst. Ebenso wenig sei es bislang möglich, gebuchte Pauschalreisen in das Land gebührenfrei umzubuchen.

In Griechenland gibt es wegen eines Streiks zunehmend Engpässe beim Treibstoff. Zehntausende Touristen harrten am Donnerstag in Hotels und auf Campingplätzen aus, weil es keinen Sprit für ihre Autos gab. Auch einige Fähren stellten den Verkehr wegen Treibstoffmangels ein.

Die Veranstalter lehnen ein kostenloses Stornieren von Reisen bislang aber ab. „Wir sehen dazu keine Veranlassung, weil wir nach wie vor in der Lage sind, alle Leistungen weiter anzubieten”, erläutert Mathias Brandes von Thomas Cook in Frankfurt/Main. Vermehrte Umbuchungen oder Stornierungen verzeichnen die Reiseveranstalter momentan zudem noch nicht. „Weder aus den Reisebüros noch von Kunden haben wir bislang solche Anfragen”, sagt Romana Voet von der TUI in Hannover. Auch bei Thomas Cook, zu dem der Veranstalter Neckermann gehört, seien Reiserücktritte wegen der aktuellen Lage bislang ausgeblieben. „Bis jetzt stellen wir da nichts fest”, sagt Brandes.

Es gebe zwar einige verunsicherte Kunden, die wegen möglicher Flugausfälle nachfragen, ergänzt Alltours-Sprecher Stefan Suska in Disburg. Umbuchungen oder Stornierungen anlässlich der Spritprobleme lägen dem Unternehmen derzeit aber nicht vor. Ähnlich äußert sich Christian Weßels von der Rewe Touristik in Köln, zu der die Marke ITS gehört: „Wir haben vereinzelte Anfragen von Gästen, die in den nächsten Tagen nach Griechenland fliegen wollen. Wir können die aber beruhigen: Die Leistungen, die sie bei uns gebucht haben, stehen ausnahmslos zur Verfügung.”

Der Ausstand in dem Urlaubsland trifft also eher Individualreisenden, die mangels Benzin zum Beispiel mit dem Mietwagen oder dem eigenen Auto nicht mehr weiterkommen. Sie müssen laut DRV-Sprecherin Zeuch auch mit Problemen rechnen, wenn zum Beispiel beim „Insel-Hopping” eine Fähre ausfällt und sie dadurch auf einer Insel bleiben müssen.

Pauschalurlauber müssen noch nicht mit größeren Einschränkungen wegen des Kraftstoffmangels rechnen. „Bislang finden alle Ausflüge weiter statt”, sagt DRV-Sprecherin Sibylle Zeuch. „Die Agenturen, mit denen wir in Griechenland zusammenarbeiten, haben rechtzeitig ausreichend Benzin und Diesel gebunkert”, erklärt Alltours-Sprecher Suska. Schwierigkeiten gebe es allerdings, wenn Pauschalreisende einen Mietwagen am Urlaubsort buchen wollten, räumt Brandes ein.

Wer seine Griechenlandreise in den kommenden Tagen antreten will, sollte sich sicherheitshalber aber beim Veranstalter erkundigen, ob Ausflüge oder Bustransfers wie gebucht angeboten werden können, rät Zeuch. Denn derzeit sei nicht absehbar, wie sich Situation angesichts des Streiks in Griechenland entwickeln wird.

Pauschalreisende müssten bisher keine Angst haben, dass sie wegen des fehlenden Treibstoffs nicht mehr vom Hotel zum Flughafen kommen, sagt Zeuch. Ihr sei kein Fall bekannt, in dem Urlauber aufgrund der aktuellen Treibstoffprobleme im Hotel festsaßen und nicht wie geplant abreisen konnten. „Alle Transfers finden ganz normal statt”, bestätigt TUI-Sprecherin Voet. Engpässe bei der Versorgung mit Obst und Gemüse betreffen TUI-Gäste ebenfalls nicht.

Am Freitag kamen Gewerkschaftsvertreter der Tank- und Lastwagenbesitzer zusammen, um über das Ende des Ausstands zu beraten. Handelskammern, Hotelierverbände und andere Gewerkschaften riefen die Fahrer auf, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Die Regierung hatte zuvor vergeblich versucht, die Streikenden zum Dienst zu verpflichten.

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