Japanreisen: Do's & Don'ts

Bloß kein Trinkgeld : Das sollten Sie bei einer Japanreise beachten

Eine Reise ist faszinierend und kulturell bereichernd, doch ebenso kann sie eine Gelegenheit sein, ins sittliche Fettnäpfchen zu treten. Denn viele Touristen setzen sich nicht vorab mit der Kultur des Ziellandes auseinander und benehmen sich dann vor Ort daneben.

Das ist traurig: Eine nachhaltige Japan Rundreise besteht nämlich nicht nur darin, möglichst umweltschonende Verkehrsmittel zu nutzen und möglichst wenig Abfall zu produzieren. Auch respektvoller Umgang mit den Sitten der anderen gehört dazu. In Japan besteht dabei große Gefahr: Denn das ostasiatische Land ist nicht nur ein spannendes Reiseziel, sondern unterscheidet sich auch deutlich von der westlichen Kultur. Diese Artikel gibt Tipps, wie Fehltritte in Japan vermieden werden und die Einwohner des Gastgeberlandes mit Respekt behandelt werden können.

Don't: Trinkgeld ist No-Go

Während in Deutschland ein Restaurantgast als unhöflich gilt, wenn er kein Trinkgeld auf dem Tisch liegen lässt, wird ein japanischer Kellner sich rein gar nicht über das geschenkte Kleingeld freuen. Denn in der japanischen Kultur wird dies als Almosen angesehen, der den Stolz der Bedienung verletzt. Ebenso ungern sehen es Japaner, wenn Wechselgeld penibel nachgezählt wird. Dies könnte implizieren, dass der Gast der Bedienung misstraut und sie für diebisch hält.

Don't: unterwegs essen oder rauchen

Die Zwischenmahlzeit auf die Hand ist typisch für die Deutschen und ihr gestresstes Leben. Und auch das japanische Leben ist nicht gerade geprägt von Müßiggang. Allerdings ist es hier tunlichst zu vermeiden, unterwegs einen Snack zu verspeisen. Denn dann besteht die Gefahr, das man Essen fallen lässt oder etwas verschüttet und eine unglückliche Person aus versehen hineintritt. Um dies zu vermeiden, setzen sich Japaner grundsätzlich, auch um kleine Zwischenmahlzeiten einzunehmen. Ebenso verpönt ist es, sich mit einer Zigarette in der Hand umher zu bewegen. Spezielle Raucherbereiche sorgen dafür, dass Nichtraucher nicht unfreiwillig von Zigarettenrauch belästigt werden.

Do: richtig mit Stäbchen essen

Wer in Japan nach Messer und Gabel fragt, outet sich als unangepasster Tourist. Denn in kaum einem japanischen Etablissement wird mit westlichen Besteck gespeist. Stäbchen sind das traditionelle Esswerkzeug der Japaner und es ist ausgesprochen gern gesehen, wenn Touristen es schaffen, ihr Essen auf diese Art und Weise in ihren Mund zu befördern. Doch auch hier gibt es einige Regeln zu beachten: Stäbchen dürfen nicht aufrecht in die Schüssel gesteckt werden, ebenso wie es als Unsitte gilt, Stücke von Essen mit den Stäbchen aufzuspießen. Um zu verhindern, dass die Stäbchen während einer Esspause vom Tisch rollen, werden sie auf die Stäbchenbetten gelegt. Und zu guter Letzt werden sie auf keinen Fall zum hochstecken der Haare verwendet!

Do: verbeugen

Verbeugen ist in Japan so natürlich wie in Deutschland Händeschütteln. Wer Eindruck auf seine japanischen Gesprächspartner machen will, sollte sich deshalb unbedingt mit diesem Brauch anfreunden. Grundsätzlich gilt: Beim Vorbeugen wird der gerade Rücken nach vorne geneigt. Das unterscheidet sich von der hierzulande üblichen Verbeugung, bei der häufig Nacken und Rücken gekrümmt werden. Die Tiefe der Verbeugung signalisiert in Japan die Höhe der Ehrfurcht und des Respektes. Wer unsicher ist, wie tief er sich verbeugen sollte, kann sich immer an dem Neigungswinkel seines Gegenübers orientieren.

Diese Liste deckt keineswegs alle Sitten ab, auf die man bei einer Japan Reise vorbereitet sein müsste. Das größte Do ist deshalb, sich umfangreich zu informieren, um das Land der Kirschblüten mit seinem Besuch zu beehren und nicht zu belästigen.

(vo)
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